Tag 3: Naturns, Südtirol – Bitch better have enough money

Wanderungen brauchen nicht nur Planung, was Wetter, Wegstrecke und Wanderschuhe angeht. Wer loszieht, sollte sich vorab auch über alle Preise etwaiger Dienstleister informieren – oder auf jeden Fall genug Geld bar dabei haben.

Ein ganzer Tag in den Südtiroler Bergen – ohne aufbauen oder abbauen, einfach nur da sein. Diesen Genuss sollte eine Wanderung krönen. Eine zum genießen, ohne anstrengenden Aufstieg, aber mit Alpen-Ausblick, und auch ohne ewigen Abstieg, nach dem wir tagelang Muskelkater in den Oberschenkeln mit uns rumschleppen. Der Roadtrip hatte schließlich eben erst begonnen, daher wollten wir uns schonen.
In einem hiesigen Wanderführer war oft die Rede von „Wandertaxis“, die Fußlahme, Alte und genusssüchtige Wanderer rauf auf 1.500 Höhenmeter fahren und abholen. Kurzfristig geplant, angerufen, Wandertaxi bestellt.
Doch dann – Anfängerfehler mal wieder: Fröhlich und gut gelaunt sind wir drei ins Taxi gesprungen, haben mit dem sympathischen Fahrer geschwätzt über Essen und seinen dicken Chef, der auch nur übers Essen reden und zack – am Ziel angekommen waren 50 Euro fällig. Eine Fahrt.
Mit verlegenem Lächeln haben wir gezahlt und uns unverbindlich auf einen Anruf für die Rückfahrt geeinigt. Diese Wandertaxis sind nämlich stinknormale Taxis. Nur kennen sie halt auch die Wege rauf zu den Wanderparkplätzen.

Was viel kostet, taugt auch was, sagt Oma immer

Ein teurer Ersatz für den anstrengenden Aufstieg. Aber ein lohnenswerter! Entspannt und noch bei allen Kräften erreichten wir die Mauslochalm oberhalb von Naturns. Inklusive verspieltem Hundewelpen. Dazu ein großartiger Ausblick auf schneebedeckte Alpengipfel auf der Terrasse der Alm.
Durch Wälder entlang des Berghangs führte der Almweg weiter zu Zetnalm. Ebenso schön, ebenso großartig. Diesmal mit Eseln.

Doch dann mussten wir uns entscheiden:

Den ursprünglich geplanten Weg weiter noch über die Naturnser Alm gehen und zurück zum Ausgangspunkt mit teurer Abfahrt, da der Tag dann nicht mehr genug Licht über hätte für den langen Abstieg – oder direkt absteigen.
Wir haben uns für 1.300 Meter Abstieg entschieden, da wir nicht gleich zu Beginn des Roadtrips solch ein Loch ins Budget reißen wollten.
Nun haben wir Muskelkater, aber immerhin noch Geld in der Kasse.