Wir bereiten unsere erste große Hüttentour vor

Veröffentlicht von Schrat am

Ziemlich akribisch haben wir die Glocknerrunde geplant.

Die erste alpine Hüttentour steht uns bevor. Und wir sind ziemlich aufgeregt. Denn auch wenn Wandertouren stets etwas Vorbereitung benötigen – bei sieben Tagen zwischen 1500 und 2800 Metern über NN im alpinen Gelände muss diese sorgfältiger ausfallen.

Wir haben uns bei unserem ersten Mal alpinem Trekking für die Glocknerrunde entschieden. Ursprünglich wollten wir auf dem E5 von Oberstdorf nach Meran laufen. Doch wir waren reichlich spät dran bei dieser überaus beliebten Strecke – alles ausgebucht.

Also umrunden wir in sieben Tagen Österreichs höchsten Berg, den Großglockner. Die Runde bietet sich an für das erste Mal: Wir sind durchweg hoch in den Alpen, dabei gibt es reichlich Hütten, die Wege sollen gut in Schuss sein und müssen wir dort keine Gletscher überqueren, uns nicht anseilen, keine Sicherungsgurte tragen und vor allem all diese Bergsteig-Fähigkeiten nicht noch erlernen.

Hilfe aus dem Nationalpark

Der Nationalpark Hohe Tauern, in dem der Großglockner liegt, macht es Besuchern leicht: Über das Tourismusbüro kann man gleich alle Übernachtungen für die Tour auf einen Schlag buchen, das Büro kündigt einen auf den Hütten an. Auch mit Hund ist das kein Problem, in Berghotels müssen wir lediglich ins teurere Doppelzimmer und auf den spartanischeren Hütten ins Winterlager, damit der Hund die anderen Hüttengäste im Lager nicht stört. Selbst die Auffahrt mit Bussen und Bergbahn zum eigentlichen Start der Glocknerrunde ist schon mit drin.

Auch bei unvorhergesehenen Geschehnissen, wie Unwettern, ist das Tourismusbüro sehr hilfreich: Die jüngsten Unwetter Anfang August haben in weiten Teilen der österreichischen Alpen teils schwere Schäden angerichtet, auch auf einem Teil der Glocknerrunde. Muren haben Brücken eingerissen. Darüber hat das Büro uns informiert und direkt eine alternative Route aufgezeigt. Kurze E-Mails an die Hüttenwirte und schon sind auch zerstörte Brücken kein Problem mehr.

Schaffen wir das?

Doch die Wegführung und das Weg-Finden mit Karte, Kompass und zur Sicherheit auch eingespeicherter Route im Handy-Navi bereiten uns weniger Sorge. Viel mehr diese: Schaffen wir das? Wir sind zwar fit, mehrere Tage hintereinander zwischen 10 und 20 Kilometer laufen schaffen wir auch. Aber noch nie waren wir dabei durchweg so hoch, wo die Luft schon etwas dünner wird. Und dazu haben wir noch 10 bis 15 Kilo Gepäck auf dem Rücken. Denn neben unseren Klamotten und unserer Ausrüstung tragen wir schließlich auch noch all das Zeug für Mio mit. Der weigert sich nämlich, einen Rucksack zu tragen. Auch wenn Mio ein recht kleiner Hund ist: In acht Tagen, mit großen Anstrengungen, verdrückt er im Laufe der Tage gut und gerne anderthalb bis zwei Kilo von seinem Trockenfutter. Und irgendwer muss die natürlich tragen, daher teilen Mios Kram auf unsere Rucksäcke auf.

Doch im Großen und Ganzen bin ich sehr zuversichtlich. Die Route steht, die Anstrengungen sind nicht unmenschlich, auch wenn uns Muskelkater sicher ist, und gut ausgerüstet sind wir ebenfalls. Notrufnummern und Notsignale am Berg kennen wir ebenfalls und selbst wenn etwas geschehen sollte: Hütten und kleine Orte sind entlang der gesamten Strecke zu finden, nur einen Abstieg entfernt. Das beruhigt und gibt Sicherheit.

Anfang September geht es los. Bis dahin laufen wir so viel wir können und trainieren insgesamt, um so fit wie möglich zu sein. Viel freie Zeit vor dem Urlaub ist uns dank der Arbeit nämlich leider nicht vergönnt.

Auch das Gepäck ist schon getestet und probe-gepackt.

Fazit: Passt alles

Der Packtest, Teil 1: Das ist fast alles, das ich für mich sieben Tage lang durch die Alpen tragen werde. Hinzu kommt noch Kram für den Hund.

Der Packtest, Teil 1: Das ist fast alles, das ich für mich sieben Tage lang durch die Alpen tragen werde. Hinzu kommt noch Kram für den Hund.
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Das auf den Bildern gezeigte Gepäck ist aber noch nicht alles. Für uns Menschen fehlt noch Kleinkram wie die Wanderkarte, Reiseunterlagen, Power-Bank und Handy sowie natürlich all das Gepäck für den Hund, das Fee und ich auf unsere Rucksäcke aufteilen werden: Handtuch, dünne Decke, damit Mio überall zumindest ein Stück gewohnte Heimat hat, Ersatzgeschirr, kurze und lange Leine, Maulkorb (der ist in Österreich in Bussen nämlich Pflicht), diverse Leckerlis und natürlich bis zu zwei Kilo Trockenfutter.

Mit voller Wasserflasche und Tagesproviant dürfte das Gesamtgewicht bei etwa 15 Kilo liegen. Damit kann ich gut leben. Und um mich dran zu gewöhnen, trage ich den Rucksack so gepackt einfach schon mal immer wieder bei langen Spaziergängen mit Mio.

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