Fashion am Berg: Was du beim Wandern tragen solltest

Veröffentlicht von Fee am

Gestern war ich shoppen. Weil wir ab Samstag sechs Tage rund um den Großglockner wandern und dort teilweise noch Schnee liegt, brauchte ich noch ein paar warme Klamotten.

Niemand mag Neon, Leute.

Eine Jacke wär schon mal gut gewesen. Aber das, was ich gefunden habe, war entweder mega überteuert, mega aus Polyester oder mega mit Neonnähten verziert.

Felljacke von The North Face aus 100 Prozent Polyester. Damit du schon beim Angucken schwitzt.

Ernsthaft, wer braucht beim Sport eine Felljacke (The North Face) aus 100 Prozent Polyester? Ich hab sie anprobiert und ohne Witz stehend im Laden geschwitzt. Bergauf wäre das mein Tod, auch bei 10 Grad an einem Hochgebirgsstausee, da bin ich sicher.

Und dieses Neon… ehrlich, ich könnte kotzen. Da gibt es neben all dem quietschbunten Wandererzeugs einige graue, schwarze, weiße, dunkelblaue Lichtblicke – und dann: ein fetter neongrüner Streifen irgendwo. Oder ein neonorangefarbenes Innenfutter. Alter, was ist mit euch, Wandermodedesigner? Ist ja nicht so, als würde ich von der Hütte direkt auf die nächste Technofete gehen wollen.

Ich habe später noch eine Lauf-Jacke bei H&M gefunden, in einem hellen, melierten grau, ganz ohne Neon, aus einem Baumwollgemisch, 39,99 Euro.

Außerdem gab’s ne schwarze Leggings, ein schwarzes Longsleeve für drunter bei vermutlich jedem Wetter, das uns da jetzt in Österreich erwartet (beides Adidas) und noch ein Sport-T-Shirt von H&M.

Nothing compares to Leggings <3

Leggings sind, finde ich, beim Wandern die absolut beste Beinbekleidung, die du dir nur ausdenken kannst – außer bei 28 Grad und mehr, klar. Nix scheuert, nix schlabbert, es stört einfach nix. Wem Leggings zu eng anliegen, muss natürlich eine Alternative finden. Cargo-Pants mit tausend Taschen? Eine weite Joggingbuchse?

Wandern im Kleid? Ja!

Helena wandert im schlichten Baumwollkleid, ohne Gedöns, ohne viele Nähte. Kann man machen.

Generell gilt, worin du lange laufen kannst, ohne dass etwas scheuert, darin bist du beim Wandern gut aufgehoben. Weiße Buchsen sind im regennassen Wald vielleicht nicht so superklug, aber die meisten Flecken kriegst du auch da wieder raus.

Im Winter hab ich manchmal auch Rock mit Strumpfhose an. Das ist gar nicht so anders als Leggings, und sofern du nicht durchs Dornengestrüpp musst, auch kein Problem.

Helena, eine Freundin, wandert sogar im Kleid, das sieht gut aus und ist gerade im Sommer schön luftig! Und: Du kannst dich schnell umziehen, zum Beispiel wenn du schwimmen willst, sagt sie.

Noch weiter untenrum ist die Lage ziemlich eindeutig: Sportschuhe oder, je nachdem wie kompliziert der Untergrund ist, eben Wanderschuhe inklusive Wandersocken. Manchmal geht’s auch in Birkis, kann aber sein, dass dein Zeh nachher eine dicke Macke hat. Ich spreche da aus Erfahrung.

T-Shirts sind besser als Tanktops

Typisches Bergoutfit: Leggings, Top, (eigentlich) wasserfeste Jacke und Rucki.

Obenrum gilt: Je nach Wetter. Wenig, wenn’s heiß ist, mehr, wenn’s kalt ist. Das ist klar. Wählst du ein Top bei knallendem Sonnenschein, hau ordentlich Sonnencreme drauf, je nach Länge deiner Tour auch mehrmals.

Ansonsten sind atmungsaktive T-Shirts super, sie wärmen Brust und Schultern am kühlen Morgen und lassen nachher viel Luft an deine Arme und – zum Beispiel mit Mesh-Einsatz – auch an deine Haut unterm Shirt.

Wenn’s morgens auch für ein T-Shirt zu kühl ist, zieh eine Jacke drüber. Trainingsjacken oder extra Outdoorteile, das ist ziemlich egal. Jedenfalls wenn du auf Neon stehst. Super sind jedenfalls Kapuzen, krempelbare Ärmel, Taschen und ein Reißverschluss statt Knöpfen. Und wenn du weißt, dass es kalt bleibt, zieh unter die Jacke lieber ein Longsleeve.

Den Pulli später gegen die verschwitzte Jacke tauschen

Mit Pulli wandern geht zwar auch, klüger ist aber, du tauschst am Gipfel deine verschwitzte Outdoorjacke gegen den warmen Pullover. So wird dir nicht kalt und einer Erkältung entgehst du vermutlich auch. Außerdem hat der Pulli meist keine oder weniger praktische Taschen.

Und dann gibt’s da noch die Wetterumschwünge. Pack dir auf jeden Fall eine Regenjacke, einen Schirm oder einen Poncho ein. Im Herbst, Winter und Frühling auch eine Mütze und Handschuhe, immer ein Buff oder ähnliches Tuch und immer ein bisschen Bindfaden, falls Gürtel oder Schnürsenkel reißen.

So kann dir klamottenmäßig jedenfalls nichts mehr passieren!

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