Allgäu-Urlaub Teil 2: So kriegst du auch einen Tag ohne wandern rum

Veröffentlicht von Fee am

Zusammen mit drei Freundinnen ist unsere Gast-Autorin Friederike Rautenstrauch im Allgäu gewesen. Es ist IHR Allgäu, hier hat sie ein Jahr lang gelebt und die Berge lieben gelernt. Was aber tun, wenn die Füße vom Wandern schmerzen und ein Tag Auszeit nötig wäre?

Neuschwanstein, Schrecksee, Breitachklamm – wir können ja nun wirklich nicht jeden Tag wandern gehen. Und als große Kuhliebhaberin stand für mich schon vor dem Allgäu-Urlaub im September fest, dass wir unbedingt einen Viehscheid besuchen müssen.

Die Übersetzung aus dem Bayerischen lautet übrigens ganz einfach Almabtrieb.

Einer der letzten Viehscheide fällt in unsere Urlaubszeit

Im Netz lese ich, dass der Viehscheid in Haldenwang genau in unsere Urlaubszeit fallen wird. Er ist einer der letzten der Saison. Glück gehabt!

Es ist noch Viehscheid-Saison. Glück gehabt!

Jetzt muss ich nur noch die anderen drei Mädels davon überzeugen, dieses Kuh-Event in unsere Urlaubsplanung aufzunehmen. Das ist allerdings ziemlich einfach.

Können wir da im Dirndl auflaufen?

Wir denken, dass das der perfekte Anlass wäre, unsere bis dahin wenig getragenen Dirndl anzuziehen. Leider sind all meine Bemühungen, in Erfahrung zu bringen, ob wirklich Menschen im Dirndl zum Viehscheid gehen, erfolglos. Wir packen sie trotzdem erst mal ein.

Erst als wir schon im Allgäu sind, erfahren wir dann vom Viehscheid in Bad Hindelang: Kleiner soll er sein als der in Haldenwag und familiärer, kein Massenevent. Für uns die schönere Variante, also schmeißen wir den Plan noch einmal um.

Können wir schon…

Am Viehscheid-Morgen sind wir fleißig, hübschen uns auf, ziehen die Dirndl an, schminken uns „ausgehtauglich“. Dann macht sich Karo an unsere Haare und zaubert die schönsten aller Dirndl-Frisuren – wenn schon, denn schon.

So – zugegeben etwas übertrieben – hergerichtet machen wir uns also auf den Weg zur Kuhschau. Dort bestätigen sich dann meine schlimmsten Befürchtungen: Niemand sonst ist im Dirndl.

Außer uns sind nur die Viehtreiberinnen im Dirndl.

Ich traue mich noch nicht mal, mich umzugucken

Bis auf die Frauen, die die Tiere zum Platz getrieben haben. Aber das ist ja irgendwie auch „Arbeitskleidung“. Nur durch gutes Zureden der anderen kann ich mich trotzdem in Richtung Festplatz bewegen – wenn auch leicht zerknirscht. Zuerst traue ich mich noch nicht einmal, mich richtig umzugucken – aus lauter Angst, die Leute könnten starren oder lachen.

Immerhin sind wir nicht einheimisch und haben uns trotzdem das Recht rausgenommen, im Dirndl zu kommen. Doch glücklicherweise ist die Angst ganz schnell wieder vergessen. Dann nämlich, als die erste Kuhherde kommt!

Hier gibt’s echtes Viehscheidbier!

 

Zum perfekten Viehscheid vor herrlichstem Bergpanorama in einem urigen bayerischen Dorf fehlte jetzt nur noch eins: Echtes „Allgäuer Viehscheidbier“. Lecker!

 

Echtes, köstliches Viehscheidbier

Schon nach dem ersten Bier ist es dann auch gar nicht mehr schlimm, im Dirndl da zu sein. Jedenfalls nicht mehr so sehr. Auch, weil sich das Wetter von seiner besten Seite zeigt.

Als wir die Glocken der nächsten herankommenden Herde hören, steigt die Stimmung noch mal. Zack, schnell rennen wir unterm Zaun durch, um die Tiere aus nächster Nähe angucken zu können. Ich bin im Himmel! Es gibt einfach nichts Besseres für mich als geschmückte Kühe.

Geschmückte Kühe <3

Bier, Glücksgefühle… und auf einmal Hunger!

Herde für Herde wird jetzt auf den Festplatz getrieben. Jedesmal bekommen wir eine Gänsehaut, wenn wieder unter ohrenbetäubendem Glockengeläut eine Kuhherde an uns vorbei läuft.

Und der Bierkonsum steigt. Irgendwie aber auch das Hungergefühl. Trotz der  Glückseligkeit, die jede Herde auslöst, dem perfekten Wetter und dem süffigen Bier, bekommen wir Kohldampf. Zum Glück erinnern wir uns an den Mann, der uns einen Tag vorher empfahl: Fahrt doch mit der Bergbahn gleich nebenan aufs Imberger Horn. Dort gibt’s den „besten Kaiserschmarrn der Welt“!

Mit Dirndln vor Bergkulisse – Fotos machen ist Pflicht!

Also gut, auf, auf, mit unseren feschen Dirndln hüpfen wir in eine Gondel Richtung Kaiserschmarrn. Auf dem Berg angekommen müssen wir aber erst mal eine Fotosession einlegen – schließlich stehen wir nicht jeden Tag im Dirndl vor einer so atemberaubenden Bergkulisse! Es ist der Hammer! Und obwohl uns die Hüttengäste auf der Terrasse auslachen, können wir nicht aufhören zu staunen.

Model-Shooting vor Bergkulisse auf dem Imberger Horn

Nach dieser Modelarbeit haben wir uns unseren Kaiserschmarrn wirklich verdient. Sabine tönt als erste: „Ich schaff eine Portion locker alleine!“

Dirndl aus? Gar nicht so einfach mit Schmarrn-Bauch.

Karo schließt sich der Meinung an, auch Inga und ich wollen nicht teilen. Jeder will es selbst versuchen. Da ahnen wir aber noch nicht, dass uns der Kaiserschmarrn noch drei weitere Mahlzeiten lang verfolgen wird. Der Tippgeber hat jedenfalls nicht gelogen. Das ist wirklich der beste Kaiserschmarrn, den wir je gegessen haben. Also: hin da, Leute!

Nur das Dirndl wieder auszuziehen, war mit der Schmarrnmasse im Bauch dann etwas schwierig.


 

Wie hat dir der Beitrag gefallen?
[Total: 0 Average: 0]