Internationaler Tag der Berge: Ein Liebesbrief

Veröffentlicht von Fee am

Internationaler Tag der Berge – das ist ein Tag, wie geschaffen für uns. Für mich sind die Berge der Alpen das Größte, in jeglicher Hinsicht. Zur Feier ihres Ehrentages schreibe ich ihnen hier einen Liebesbrief.

Hei, Berge.

Geht es euch gut? Wie geht es Bergen? Kann es Bergen irgendwie gehen? Weiß ich nicht.

Was ich weiß ist, dass es mir gut geht, wenn ich euch sehe. Wenn ihr am Horizont auftaucht, hüpft mein Herz. Es ist egal, dass ich selbst noch auf der A5, der A81, der A99 oder irgendeiner Autobahn in der Schweiz fahre.

Da seid ihr ja! Schon von weitem bereiten mir die Alpen Herzklopfen.

Die Wahrheit ist, ich gebe es zu, schon wenn ich nur weiß, es geht bald in die Alpen, bekomme ich so etwas wie Schmetterlinge im Bauch. Ich will nicht an die Nordsee, nicht nach Australien, nicht auf die Malediven: Ich will in die Alpen.

Irgendwann, fürchte ich, werde ich euch aber fremdgehen. Dann allerdings nur, um andere Berge kennenzulernen – ihr möget mir das verzeihen.

Schließlich seid ihr meine große Liebe und werdet das immer sein. Eure Erhabenheit fasziniert mich, eure unglaubliche Größe schüchtert mich gleichzeitig ein und zieht mich in euren Bann. Ihr seid so nah am Himmel, so bedrohlich, aber auch so verheißungsvoll.

So schroff, so wunderbar.

So schroff, so wunderbar. (Foto: Tobias Lenze)

Wer zu euren Füßen steht, der staunt. Der hofft, der fragt sich: Was ist oben? Wie sieht unten von oben aus? Was ist hinter dieser Kuppe, was kommt nach dem nächsten Kamm, was sehe ich vom Gipfel?

Wer auf euch steigt oder klettert, der ist vorfreudig, gespannt, manchmal angespannt und bangend. Jedes Mal in den Alpen staune ich aufs Neue. Weil ihr vielfältig seid, ja. Die slowenischen Alpen sind so anders als die in der Schweiz, Südtirol so anders als die Gipfel im Nationalpark Hohe Tauern.

Dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein…

Aber auch, weil ihr so viel zu bieten habt. Dunkle Tannen, grüne Wiesen im Sonnenschein – das wusste schon Heidi – braucht man zum Glücklichsein. Ihr seid die Heimat der Wälder, der Bären, der Gletscher, der Felsklippen, der saftigen Wiesen, der Biotope, der Orchideen, der Wölfe, der Luchse, der Adler, der Wasserfälle.

Die Liste könnte ich ewig so weiterführen. Ihr seid einmalig. Die Menschen, die euch bewohnen, sind so besonders. Sie sind wie die Landschaft, zwischen schroff und lieblich, und es ist alles dabei.

Doch, eines muss ich gestehen, ihr habt mir auch schon Angst gemacht. Zieht ein Unwetter über euch herauf, verlaufe ich mich, seid ihr zu scharfkantig, zu karg, dann kann ich nur dastehen und mich in Demut üben. Ihr habt mich gelehrt, was es heißt, aufzugeben. So richtig zu kapitulieren. Deswegen konnte ich nicht „Liebe Berge“ schreiben. Ihr seid nicht lieb, nicht immer und eigentlich noch nicht einmal meistens.

Hier noch sanft, dahinten furchteinflößend. Auch so könnt ihr sein.

Da ist viel Liebes in euch, vieles, was mich auf Wanderungen umschmeichelt und umarmt. Doch dahinter, das weiß ich immer, da seid ihr stark, unberechenbar – und vor allem unbesiegbar.

Und das, das liebe ich an euch. Bleibt, wie ihr seid, bitte. Seid unbesiegbar, auch gegenüber all jenen, die euch verändern, bebauen, vermüllen wollen. Bleibt so stark, bleibt meine geliebten Berge.


 

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1 Kommentar

So viele Kalorien verbrennst du beim Wandern – #schratundfee · 8. Januar 2018 um 10:13 am

[…] das ist medizinisch erweisen. Wer an der frischen Luft ist, die Natur spürt, vielleicht noch eine tolle Aussicht in den Bergen oder freundliche Kühe auf der Alm trifft, der tut sich etwas […]

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