17 Kilometer für zwei Königshäuser

Veröffentlicht von Fee am

Schlösser sehen schön und gut. Aber die Region um Füssen ist auch das Seen-Land des Allgäu und wandern wollten wir sowieso. Deswegen haben wir aus allen Highlights eine unserer bislang besten längeren Touren überhaupt gemacht.

Ja, ich wollte unbedingt Schloss Neuschwanstein sehen. Warum, habe ich glaube ich schon ausführlich genug beschrieben.

Seen-Urlaub im Allgäu geht auch im Winter

Aber wir wollten ja auch richtig wandern. Und das Allgäu in der Region um Füssen ist als Seen-Land bekannt. Hopfensee, Forggensee, Weißensee, Alatsee, Alpsee, Vilsalpsee (okay, der ist in Tirol), Schwansee und was nicht alles liegen da zwischen den Bergspitzen oder vor beeindruckendem Alpenpanorama in der Gegend herum.

Noch am Dienstagabend haben wir uns gesagt: Das wird hier ein Seen-Urlaub, Winter hin oder her.

Tourenplanung mit Komoot

Wild-romantischer Eingang zum Alpenrosenweg

Dann hat Tim drauf los geplant, auf Komoot. Von vornherein war klar, dass wir den Alpenrosenweg nehmen würden. Der führt in seeeeehr sanfter Steigung von Füssen nach Hohenschwangau – direkt zu DEN beiden Schlössern Bayerns. Naja, gut, des Allgäus.

Danach ging es uns um Aussichtspunkte und Seen und einfach um schöne Orte. Die können auf Komoot rausgesucht, angetippt und zu einer Tour verbunden werden. Perfekt fürs individuelle Planen!

In Füssen ist der Alpenrosenweg oberhalb des Lechfalls schon ausgeschildert. Es geht ein Stück durch typischen Alpenwald, etwas hinauf – inklusive erstem Ausblick –, dann beginnt der Pfad. Er führt am Berghang entlang und war bei uns nicht geräumt. Mit dem Schnee ging das noch, aber es lagen einige umgestürzte Bäume quer auf dem Weg.

Der Alpenrosenweg führt zu einer großen Kreuzung im Wald. Hier geht’s auf verschiedenen Wegen nach Hohenschwangau oder gleich zum Schloss und von da aus dann auch zu Neuschwanstein.

Zauberhafter Alpsee

Einmal um den Alpsee

Oder aber, so haben wir es gemacht, man nimmt die Abbiegung nach rechts. Hier führt ein Rundweg einmal um den malerischen Alpsee, hinter dem sich schon bald Neuschwanstein zeigt. Auf der anderen Seite standen jetzt im Januar schneebedeckte Gipfel, darüber fuhren ein paar Heißluftballons.

Neuschwanstein wollten wir wegen der Touris und weil Hunde nicht erlaubt sind nicht von innen sehen wollten, daher brauchten wir als nächstes einen Viewpoint. Die Marienbrücke war gesperrt, Schnee, Steinschlag, Eis, einfach Natur macht die Begehung aktuell unmöglich.

Wahnsinn, dieses Schloss!

Alles für ein gutes Foto

Aber bis dorthin kamen wir – wenn auch unerlaubterweise. Die „super slippery“ vereisten Wege, wie eine Britin sie treffend nannte, waren abgesperrt, teilweise sogar mit Stacheldraht. Konnte uns aber nicht abhalten. Wir wollten unser eigenes Neuschwanstein-Bild. Oben, an der steilen Klippe des Felsens, wurde zumindest mir dann aber doch etwas mulmig. Mio mussten wir kurz anbrüllen, damit er still sitzt und sich nicht in Abgrund-Gefahr begibt. Das war aufregend.

Den Berg wieder runter ging es eher rutschend, überall Eis, vereister Schnee, vereistes Eis. Zum Glück führte unser Abstieg über einen kleinen Pfad durch den Wald und wir konnten uns immer wieder an Bäumen und Wurzeln festhalten.

Kurz durch Touri-Gebiet, dann auf den mystischen Kalvarienberg

Völlig vereister Schwansee

Dann ging unsere Tour kurz durch Touri-Gebiet, was spannend war, aber schnell auch nervig. Wir wollten zum Schwansee! Weil einige Zuwege auch hier gesperrt waren, blieben wir diesmal artig und nahmen ein ganzes Stück Fahrradweg mit, bevor wir links zum Schwansee einbogen.

Hier haben wir erst mal Pause gemacht – mit Blick auf die Schlösser! Mit etwas Stärkung im Bauch ging es dann noch mal nach oben: hoch auf den Füssener Kalvarienberg. Und auch wenn wir mit dem Christentum und Religion im Allgemeinen mehr so gar nix am Hut haben, war der Berg echt beeindruckend. Mystisch, fast. Felsig und superhoch, die Aussicht auf Alpen, Füssen und Allgäu ein Knaller, eine versteckte Kapelle in der Mitte des Abstiegs wirkte wie ein längst vergessener Ort. Absolute Empfehlung, gerade im Winter!

Oma-Café und 20er-Jahre-Flair

Am Fuß des Kalvarienbergs angelangt endete die eigentliche Wanderung. Wir sind dann nach Füssen selbst abgebogen, um uns im ommerigen, aber unendlich bequemen Stadtcafé Toast und Bier und direkt im Anschluss bei Madame Plüsch (im 20er-Jahre-Flair) noch mehr Bier, Kohlenhydrate und einen Absinth mitsamt stilechter Fontäne zu gönnen.

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4 Kommentare

Tom · 9. Februar 2018 um 8:49 am

https://www.komoot.de/tour/26119313 Ich war ein paar Tage davor auch das erste mal in der Gegend. Da war die Marienbrücke Gott sei Dank noch nicht gesperrt. Mein Tour-Highlight, die Pöllatschlucht“, (noch vor Neuschwanstein) dagegen schon, und wird es auch noch lange sein. Falls es mich wieder mal in die Gegend verschlägt gehe ich deine Tour nach. Ich verstehe gar nicht wie ich den Kalvarienberg auslassen konnte.

    Schrat · 9. Februar 2018 um 5:59 pm

    Auf dem Weg von den Schlössern Richtung Kalvarienberg lohnt sich immer wieder auch ein Blick zurück. 🙂

Wanderrouten einfach selbst entwerfen – mit komoot – #schratundfee · 24. Februar 2018 um 11:53 pm

[…] Sehenswürdigkeiten finden und in die Tour integrieren. So entstanden zum Beispiel die Touren zu den Königsschlössern und rund um den […]

Allgäu-Finale mit Hirschen – #schratundfee · 18. Februar 2018 um 5:20 am

[…] belohnt uns der Ausblick aufs Tal, den Alatsee und die beiden Königsschlösser, zu denen wir erst wenige Tage zuvor gewandert […]

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