Allgäu-Finale mit Hirschen

Veröffentlicht von Schrat am

Unser Kurzurlaub hätte eigentlich an einem Samstag geendet. Doch das Wetter war so umwerfend, dass wir einfach noch eine Nacht dran hängen mussten. Dafür buchten wir ein neues Hotel, fußläufig erreichbar – und erlebten noch eine wunderschöne finale Allgäu-Wanderung.

Dieser kleine Freund begrüßt Wanderer am Beginn dieses Weges.

Zu Fuß ist das Hotel der Wahl am Alatsee binnen einer Stunde erreichbar. Als Wanderung genügt uns das aber natürlich nicht, also planen wir eine größere Runde rund um den See und auf den Berg und über die deutsch-österreichische Grenze und und und. Das Auto lassen wir am Rande von Füssen stehen und machen uns mit Sack und Pack und Mio auf.

Wir wählen einen erhöhten Weg, über einen Hügelkamm, abseits der Straße, die auch zum Alatsee führt. Und kerr, wat is‘ der Weg schön. Wäre da nur nicht dieses stete Röhren einer Kettensäge von Forstarbeitern. Doch damit muss man in stadtnahen Wäldern leben. Wer das nicht will, muss sich in abgelegenere Gebiete zurückziehen oder sonntags losstiefeln.

Am Alatsee laden wir etwas von dem Gepäck ab. Auch wenn es für eine Übernachtung nicht übermäßig schwer ist, so kämen wir uns doch irgendwie blöd vor, vom Zielpunkt einmal das gesamte Gepäck quasi zum Spaß über den Berg und zurück zu tragen.

Flott hinauf

Eben erst hat sich die Sonne über die umliegenden Gipfel gewagt und wirft das Morgenlicht auf den Alatsee. Doch wir stiefeln schnell an ihm vorbei, auf uns wartet ein recht steiler Anstieg von 250 Höhenmetern. Trotz der verschneiten Winter-Idylle, die uns mit jedem Meter den Berg hinauf wieder mehr umgibt, geraten wir ins Schwitzen. Immerhin überholt uns nur das super sportlich wirkende Paar und wir überholen wiederum zwei ältere Frauen. Das fühlt sich dann zumindest nicht mega unsportlich an.

Oben angekommen belohnt uns der Ausblick aufs Tal, den Alatsee und die beiden Königsschlösser, zu denen wir erst wenige Tage zuvor gewandert waren.

Der Blick zurück.

Ehrenrunde mit Ausblick

Oben, am breiten Grat, überschreiten wir kurz die Grenze zu Österreich, gönnen uns dann aber eine kleine Ehrenrunde um den Berg, um einen Blick auf gleich vier Seen zu werfen – am Vier-Seen-Blick.

Weißensee, Hopfensee, Forggensee und Bannwaldsee (von vorn nach hinten) kann man mit etwas Glück und Müh‘ von hier erkennen.

Zurück zum Alatsee führt uns der Weg wieder durch tiefen Wald auf österreichischer Seite. Plötzlich steht Mio wie versteinert und starrt in den Wald. Ungewöhnlich ist das nicht, meist hat er dann einen anderen Hund, ein Eichhörnchen oder ein Reh in der Ferne entdeckt. Wir halten Ausschau – und entdecken Hirsche! Keine Rehe, sondern waschechte Hirsche! Wir sind fasziniert, versteinert wie auch der Hund. Eine Gruppe junger Hirsche zieht nur rund 100 Meter vor uns den Waldhang hinauf.

Versteinerte Faszination

Wir halten respektvoll Abstand, zum einen wegen Mio, zum anderen, weil wir nicht sicher wissen, wie junge Hirsche so drauf sind. Nicht, dass sie uns noch als Eindringlinge in ihrem Revier wahrnehmen. Wir sind ihnen aber offenbar ziemlich egal. Als sie uns nach einiger Zeit bemerken, steigen sie nur etwas zügiger den Hang hinauf.

 

Der weitere Weg führt uns kurz aus dem Wald durch ein Wohngebiet, dann wieder zwischen die Bäume und nach einem kurzen, knackigen Anstieg zurück zum Alatsee.

Die Strecke zum Nachwandern:

Wie hat dir der Beitrag gefallen?
[Total: 0 Average: 0]

Schrat

Wanderschreiber

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.