Ski>Wanderer, denkt sich wohl der Österreicher

Veröffentlicht von Schrat am

An unserem dritten Tag im Allgäu haben wir uns vorgenommen, die Umgebung noch etwas mehr zu entdecken. Neben den Königsschlössern und zahlreichen Seen gibt es unendlich viele weitere Seen, Gipfel, Klammen. Wir entschieden uns für den Vilsalpsee. Der ist zwar schön, doch ideal war unser kleine Wanderung dort nicht.

Vom Ost-Allgäu aus sind der Vilsalpsee sowie die Orte Vils und Tannheim gut mit den Auto zu erreichen, Parkplätze gibt es im Winter auch genügend – selbst wenn im Nachbartal, dem Tannheimer Tal, zeitgleich eine Langlauf-Ski- und eine Heißluftballon-Veranstaltung stattfinden.

Der Blick über den Vilsalpsee hinweg.

Doch schon nach wenigen hundert Metern zeigt sich: Nur die wenigsten Wege sind geräumt oder gewalzt. Der teils wochenalte, oberschenkelhohe Schnee auf den meisten Wegen ließe sich nur mit Schneeschuhen beschreiten.

Direkt südlich von Tannheim eröffnet sich bei einem Blick nach links auch, warum den Wanderwegen offenbar so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird: Die liegt nämlich offenbar voll und ganz bei den Ski-Gästen, mit einer breiten gewalzte Skatingloipe, direkt daneben zwei ordentlich gespurte Spurrillen.

Asphalt statt Winter-Wunderland

Nun sind wir aber schon mal da und haben auch nicht wirklich genug Tageslicht über, um groß umzuplanen. Also auf zum Vilsalpsee. Der Weg dorthin führt teilweise über die Straße, die von Besuchern nur vor 10 und nach 17 Uhr befahren werden darf. Kutschen, Baufahrzeuge und Taxi-Dienstleister scheuchen uns dennoch immer wieder an den Wegrand.

Abseits der Straße war der Weg im Vilstal durchaus hübsch.

Der Ausblick am See selbst ist beeindruckend. Doch eigentlich wollen wir ihn einmal umrunden, beim Einkehren aufwärmen und wieder zurück. Wir wählen die Variante links um den See herum. Und müssen nach einiger Zeit feststellen, dass der Weg gesperrt ist. Seit Jahren. Wegen Felssturz. In der Tourenplanung mit Komoot gab es darauf keinen Hinweis. Auf der analogen Wanderkarte, die wir im Gepäck hatten, allerdings schon. Hätten wir einfach mal einen Blick dort hinein geworfen.

Die Sonne berührt inzwischen beinahe die ersten Gipfel um den See herum, auf die Berghänge hinaufsteigen lohnt auch nicht, denn alle Almen rundherum sind über den Winter geschlossen. Zudem sind die Wege nur mühsam zu beschreiten bei dem hohen alten Schnee.

Also machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto. Etwas enttäuscht, aber mit dem Wissen, dass dieses und das Nachbartal besonders im Sommer herrlich für Wanderer sein müssen.


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Schrat

Wanderschreiber

1 Kommentar

Tobias · 8. Februar 2018 um 8:01 pm

Ihr habt noch was vom Leben

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