Wanderrouten einfach selbst entwerfen – mit komoot

Wandern ist einfach. Schuhe an und los, mehr braucht es nicht. Doch wohin gehen? Wanderführer bieten schöne Routen und Wege, doch viele sind ausgetreten, manche überlaufen. Alternativen bieten Planungstools wie komoot.

Seit einigen Monaten planen wir unsere Wandertouren immer wieder mal mit der App komoot. Allerdings nicht zwingend. Manchmal lassen wir sie auch nur beim Wandern laufen, um die Tour aufzuzeichnen. So lässt sich nachher schön nachvollziehen, wie lang, wie hoch und wie weit wir gegangen sind. Außerdem können wir die Touren dann einfach hier einbetten und unseren Lesern zeigen.

Warum komoot?

Zu eben dieser Software kam ich wie die Jungfrau zum Kinde, nämlich durch einen Mann. Mein Freund Marius hat mir einen Einladungslink geschickt. Denn mit diesem gab es nicht bloß die Aufmerksamkeit für diese App, sondern auch gleich ein Kartenpaket. Dazu später mehr.

Da ich zuvor noch keine solche App regelmäßig genutzt hatte, habe ich mich also auch noch nicht auf eine festgelegt. Daher fiel mir die Entscheidung leicht, zumal die Einladung von Marius zugleich auch eine Empfehlung seinerseits war.

So sieht die geplante Route dann in der Übersicht aus. Screenshot: komoot.de

Was kostet das?

Komoot an sich ist kostenlos, sowohl im Browser als auch für die App. Will man die Touren oder Kartenausschnitte allerdings herunterladen und offline verfügbar machen – was man dringend tun sollte –, muss man die Karten kaufen. Solche gibt es für einzelne Regionen, mehrere Regionen als Paket oder als Komplettpaket.

Eben solch ein Kartenpaket gab es von Marius geschenkt, zusammen mit der Einladung zu der App. Ist man viel unterwegs und will unterschiedliche Regionen bereisen, lohnt sich schnell das Gesamtpaket für 20 oder 30 Euro, meine Erinnerung trügt mich und die Seite weigert sich, mir den Preis nochmal zu sagen, da ich ihn bereits gezahlt habe.

Außerdem wird durch das Zahlen die Sprachnavigation und der Export von Touren als .gpx-Datei freigeschaltet, etwa um sie auf ein Navigationsgerät aufzuspielen.

Wie funktioniert das?

Wie bei Google Maps oder sonstwie einer Navigation. Screenshot: komoot.de

Das Aufzeichnen von Touren funktioniert einfach mit einem Knopfdruck. Touren planen funktioniert auf zwei Weisen: von null an oder mit einer bestehenden Tour.

Bei der Planung ohne bestehende Tour wählt man einfach Start und Ziel aus und fügt – nach Belieben – Punkte hinzu oder verlängert die Tour. Das funktioniert am Handy wie auch am PC, ich finde es mit einer Maus am Rechner allerdings deutlich bequemer als mit dem Finger am Smartphone.

Wenn man weiß, wo man starten möchte, lohnt es sich in den bestehenden Wegpunkten zu stöbern. Andere User haben sie angelegt und/oder bewertet und so lassen sich teils schon bebilderte Aussichtspunkte, Einkehrmöglichkeiten sowie weitere Sehenswürdigkeiten finden und in die Tour integrieren. So entstanden zum Beispiel die Touren zu den Königsschlössern und rund um den Alatsee.

Die Alternative mit Import

Alternativ oder als Ausgangspunkt für die Planung lässt sich eine Tour auch importieren. Die kann man als digitale Beigabe zu Wanderführern oder etwa auf den Seiten von Tourismusverbänden herunterladen, um sie dann bei komoot wieder hochzuladen.

Tourenvorschläge frei Haus. Screenshot: komoot.de

Gegenüber Wegplanungen mit einer Karte hat das den Vorteil, dass uns direkt die Wegstrecke, Höhenmeter und die ungefähre Dauer der Tour angezeigt wird. Bei Karten müssten wir uns das selbst errechnen und es wäre nicht so präzise wie mit diesem Tool.

Anreize, Touren und Ideen liefert komoot zudem nicht nur für Wanderer, sondern auch für Radfahrer und andere Outdoor-Sportler. Außerdem gibt es Tourenvorschläge, wenn man selbst gerade keine Idee hat.

Doch was sollen all die Wanderführer in eurem Regal?

Die Wanderkarten und-Führer bei uns daheim. Zumindest ein Teil davon.

Sie sind schön, ganz einfach. Zudem haben sie trotz aller digitaler Planung von Touren immer noch einen großen Nutzen: Sie liefern Inspiration für Ziele, Wegstücke, Aussichtspunkte, Berghütten, Sehenswürdigkeiten am Wegesrand. 

Außerdem finde ich es immer noch schöner und angenehmer, mit einem Buch in der Hand auf dem Sofa Platz zu nehmen, um zu lesen und zu stöbern. Auf der Arbeit muss ich schon oft und lang genug auf einen Bildschirm schauen, die analogen Seiten sind da stets ein schöner Ausgleich, sei es für Wanderplanungen oder andere Lektüre.

Und was sollen die Wanderkarten?

Navigation über das Smartphone oder ein Navigationsgerät ist bequem, einfach und ziemlich zuverlässig. Auch den eigenen Standort zu bestimmen ist mit einem Blick aufs Display deutlich einfacher als mithilfe einer Karte und mehrerer Landmarken. Aber auch nur solange der Akku reicht. Bei Mehrtagestouren ohne Strom oder einfach durch dumme Zufälle passiert es schneller als erwartet.

Sei es das Handy, das plötzlich eine Macke hat und den Akku als entleert ansieht, oder der Nutzer, der schlicht vergessen hat, den Ladestecker für die Nacht richtig in die Buchse zu stecken – plötzlich ohne Strom im Gerät da zu stehen passiert schneller als man denkt. Daher haben wir fast immer auch eine analoge Karte dabei, für alle Fälle.

Außerdem macht die Tourenplanung anhand einer Karte auf dem Tisch daheim oder in einem Biergarten einfach großen Spaß. Probiert’s aus, geht auch mit einer App.