Warum wandern im Frühling so glücklich macht

Veröffentlicht von Fee am

Der Geruch ist anders. Es riecht nach Wärme, nach goldgelbem Sonnenlicht auf feuchtem Erdboden. Es riecht nach vielem, was eigentlich nicht duftet, nach Neuanfang und einer Ahnung von Sommer, nach Wachstum und Lebensfreude. Es riecht, wie Frühling eben riecht.

Der Frühling ist für mich die bezauberndste Zeit des Jahres. Alles ist irgendwie neu und anders, und doch so gewohnt, dass ich mich schon im Winter drauf freuen kann.

Jeder Tag ist neu

Alles verändert sich stark, jeder Tag im Wald ist neu. Am Wegesrand blühen neue Gräser und Blumen auf, kleine Buchen strecken sich unter dem Laub hervor, Knospen öffnen sich, Blätter strecken sich.

Who’s ready for some summer adventures? ‍♂ by @daniel_ernst #weroamgermany

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Um mich herum zwitschern endlich wieder Vögel. Nach dem stummen Winter hat die Natur ihre Stimme wiedergefunden. Eine Biene oder Hummel summt an meinem Ohr vorbei, die ersten Schmetterlinge – meist Zitronenfalter, denn diese überwintern tatsächlich sowieso draußen – fliegen nah am Boden umher. Ein Specht klopft um sein Leben.

Wenn ich jetzt durch den Wald oder auch Wiesen wandere, durchströmen mich diese Gerüche, Geräusche, die Bilder vom ersten Grün.

Langsam geht der Schnee in den Bergen zurück.

50 Shades of boring grey

Vom ersten richtigen Grün, natürlich. Denn das, was im Winter als Grün so in Wald und Feld herumsteht, ist ja mehr ein gräuliches Braun. Grasgrau, würde Loriot wohl sagen. Was mir im Winter neben Wärme und Vogelgezwitscher am meisten fehlt, sind die Farben. Es liegt entweder Schnee und alles ist weiß oder die Welt erstrahlt in 50 Shades of Grey. Und das ist so langweilig wie das gleichnamige Buch.

Im Frühling kommen alle Farben zurück. Zwischen dem Grün leuchten bunt die Krokusse, Weidekätzchen bringen weiße Tupfer zwischen die ersten zaghaften Blätter und zwischen den Bäumen zeigen sich ausgelassene Hasen, Rehe, Füchse, Kaninchen. Jetzt leuchtet sogar das Grau.

Im Frühling leuchtet alles. Sogar das Grau.

Ich liebe es, wie sehr auch den Tieren diese Frühlingsfreude anzumerken ist. Bei den ersten Sonnenstrahlen ist auch Mio wild durch die Gegend gehüpft, drinnen liegt er nur noch dort, wo die Sonne hin scheint. Draußen will er selbst Vögeln hinterher – einfach nur zum Spaß, weil er so ausgelassen ist.

Sonne macht glücklich

Überhaupt, die Sonne. Die macht glücklich, nicht nur gefühlt, sondern auch in echt. Trifft ihr Licht auf die Haut, schüttet der Körper Endorphine aus. Das durch die Sonnenstrahlen entstehende Vitamin D produziert Serotonin – und das sorgt für Glückseligkeit.

Auch Mio ist im Frühling einfach besser drauf.

Im Frühling, habe ich das Gefühl, brauchen wir besonders viel Sonne. Der Winter scheint lang gewesen zu sein (immer, egal, wie lange es wirklich eisig kalt war). In keiner Jahreszeit freuen wir uns so sehr auf die nächste. Deswegen stürmen wir mit dem ersten Vogelgezwitscher nach draußen.

Selbst Regen ist im Frühling schön

Im Frühling, finde ich, wird es nur besser. Nie schlimmer, wie im Winter. Es geht jeden Tag bergauf, es wird wärmer, bunter, es stehen wieder Tiere auf den Weiden, der Schnee in den Bergen schmilzt (zwar langsam, aber zumindest gegen Frühlingsende auch sicher).

Endlich stehen wieder Tiere auf den Weiden.

Im Frühling mag ich auch den Regen wieder. Es ist nicht schlimm, durch Matsch und Pfützen zu stapfen. Es stört nicht, wenn mal ein paar Wolken die Gipfel verbergen – wandern wir eben unter- oder oberhalb der Decke!

Im Frühling ist einfach alles schöner.

 

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