Gretchenfrage: Wie hast du’s mit den Wanderstöcken?

Veröffentlicht von Schrat am

Braucht der Wanderer Stöcke zur Unterstützung? Einen, zwei oder doch lieber keinen – es gibt glühende Verfechter jeder Variante beim Wandern. Auch ich habe mir über diese Gretchenfrage Gedanken gemacht.

Ihr werdet es auf dem ein oder anderen Bild bereits gesehen haben: Wir beide nehmen immer wieder mal einen oder zwei Trekkingstöcke zur Hilfe bei unseren Wanderungen. Allerdings ohne religiösen Eifer. Wir haben uns überlegt, warum wir das tun.

Was machen solche Stöcke?

Teleskop-Stöcke lassen sich platzsparend verstauen.

Teleskop-Stöcke lassen sich platzsparend verstauen.

Sie tun generell zwei Dinge, wenn man recht dynamisch mit ihnen läuft – also die Arme bei jedem Schritt mitschwingt und nach vorn wirft: Sie bringen mehr Bewegung in den Oberkörper, was durchaus trainiert, und sie nehmen Last von den Füßen und Beinen. Das ist bei jedem Schritt nur ein bisschen. Aber in der Summe kommen da einige Kilo oder gar Tonnen zusammen, die nicht von Knie- und Fußgelenken abgefedert werden mussten.

Gerade bei Abstiegen mit Gepäck entlasten sie die Gelenke sehr, bei Aufstiegen tun sie auch oft gut. Und auf wackeligen Felsen und matsch-glitschigen Abhängen geben sie zusätzlichen Halt.

Wer mit dem Zelt durch die Gegend trekkt, lernt Wanderstöcke auch schnell als Zeltstange und Ähnliches zu schätzen. Mit ihnen lässt sich ein Tarp aufstellen und abspannen. In den Highlands habe ich in Ermangelung eines zweiten Baumes mit Hilfe von Baum Nummer eins und einem Stock eine Wäscheleine aufgespannt. Das spart Gewicht im Gepäck, wenn man die Stöcke eh mitnehmen möchte.

Der Teller verhindert, dass der Stock im Schlamm zu weit einsinkt. Wie auch die Spitze ist er bei einem anständigen Stock austauschbar.

Der Teller verhindert, dass der Stock im Schlamm zu weit einsinkt. Wie auch die Spitze ist er bei einem anständigen Stock austauschbar.

Wo ist der Haken?

Das klingt an sich ja alles super. Doch hat es den Nachteil, dass alle beim Wandern belasteten Gelenke, der Gleichgewichtssinn und das Körpergefühl weniger gefordert und trainiert werden. Man macht sich zu einem gewissen Maße im Laufe der Zeit sozusagen abhängig von den Wanderstöcken.

Wer langfristig gern und länger wandern möchte, sollte daher erwägen, die Stöcke immer wieder mal Zuhause zu lassen oder sie auf ebenen Wegstücken zumindest an den Rucksack zu hängen. Die meisten haben dafür eigene Vorrichtungen, damit sie nichts dreckig machen und die schartigen Spitzen nichts kaputt reißen.

Schrat, wie hast du’s mit den Wanderstöcken?

Ich nehme nie zwei Stöcke. Das hat den einfachen Grund, dass ich immer eine Hand frei haben möchte, um mich

  • an Felsen abzustützen,
  • an Bäumen festzuhalten,
  • Mio an der Leine kürzer zu fassen,
  • schnell ein Foto zu machen.

All das ginge auch mit einem ans Handgelenk geschnürten, baumelnden Stock. Doch das nervt mich. Und spätestens wenn Mio in den Alpen auf Geröll plötzlich wild an der Leine zerrt, weil er Murmeltiere jagen möchte, würde der baumelnde Stock gefährlich werden.

Bei Abstiegen und bergauf wechsele ich die Seite ab, die ich mit dem Stock unterstütze. Doch an den meisten Tagen lasse ich ihn ganz Zuhause und verlasse mich auf meine Gelenke, Bänder und die Balance.

High-Tech-Carbon oder der Stecken von Opa?

Das geht alles natürlich mit dem klassischen Wanderstock aus Holz, gern selbstgeschnitzt und mit Abzeichen von schönen Touren und Orten versehen. Der hat leider nur den Nachteil, dass er schwerer ist und sich nicht einfach teleskopmäßig zusammenschieben lässt, um ihn an den Rucksack zu pinnen.

Die Stöcke lassen sich der Körpergröße anpassen. Oder auch dem Auf- und Abstieg: Beim Aufstieg können sie kürzer sein, beim Abstieg etwas länger.

Die Stöcke lassen sich der Körpergröße anpassen. Oder auch dem Auf- und Abstieg: Beim Aufstieg können sie kürzer sein, beim Abstieg etwas länger.


 

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