Tipps: So macht wandern auch Kindern Spaß

Kinder halten wandern ja oft eher für lahm. Das ist etwas, was alte Menschen machen. Eltern eben. Aber mit ein paar Tricks, für die Kleinen kaum als solche erkennbar, finden auch Kinder eine Tour durch Wald und Wiese toll.

1.  Die richtige Strecke

Bevor es losgeht, planen Wanderer ja sowieso meistens ihre Strecke. Mit Kindern ist es aber noch viel wichtiger, die Route genau zu kennen. Gibt es Steigungen? Wenn ja, wie anstrengend wird das? Wie lang ist die Strecke?

Auch das Wetter ist wichtig. Wird es richtig heiß oder droht Regen, sollte die Tour kürzer ausfallen.

Je nachdem, wie viele Kilometer die Kinder schaffen, können auch einige davon eingeplant werden. Und auch moderate Steigungen sind für Kinder ab etwa acht Jahren kein Problem mehr. Kinder haben viel Energie. So lange die Strecke spannend ist, ermüden sie erst spät.

Die Chance auf Tiersichtungen macht eine Wanderung noch mal viel spannender!

Deshalb gilt es, eine Route auszuwählen, die Kindern viel bietet. Dazu gehören kleine Felsen zum Klettern, mögliche Tierbegegnungen und natürlich Wasser. Ob Staudamm bauen oder im See schwimmen, Wasser zieht immer. Das kennen ja auch viele Erwachsene.

Auch wichtig ist, Pausen einzuplanen. Die sollten zwar nicht zu lang sein, dafür aber regelmäßig. Da sollte unbedingt getrunken und gegessen werden. Trinken sowieso immer, essen aber nicht zu viel. Dafür gesund: Vollkornbrot, Gemüse, Obst, Nüsse.

2. Abenteuer

Wie schon erwähnt, haben Wasser, aber auch Felsen oder Bäume zum Klettern auf Kinder eine magische Wirkung. Kleine Pausen an solchen Punkten oder auch ein großer See als Ziel machen die ganze Wanderung viel interessanter.

Wer solche Action in seine Wanderungen einbaut, wird auch beim nächsten Mal motivierte Kinder dabei haben.

Super sind auch Burgen und Burgruinen, die Geschichten erzählen. Außerdem gut: Baumwipfelpfade, Abenteuerspielplätze oder weitläufige Tiergehege (Hier müssen Kinder noch suchen und entdecken, die Tiere sind nicht „einfach da“).

Ab und an darf’s sicher auch eine Einkehr sein. Dann am besten gegen Ende, wenn der Weg danach nicht mehr weit ist. Sonst vergeht Kindern gerade bei längeren Pausen schnell die Lust.

3. Spiele

Wer gerade weder Wasser noch Spielplatz noch Kletterfelsen in der Nähe hat, kann seinen Kindern die Wanderung auch anders spannend gestalten.

Ein Memory zum Beispiel: Ihr sucht Sachen wie Steine, Äste, Blüten, Grashalme zusammen, und eure Kinder müssen das gleich aussehende Gegenstück finden. Dabei nicht zu pingelig sein.

Mitgenommene Lego-, Playmobil- oder Schleichfiguren machen auf Felsen und im hohen Gras eine besonders tolle Figur. Unbedingt gemeinsam Fotos von den kleinen Männchen in ihrer Riesenwelt machen!

Auch gut: Kies, Sand oder Moos zugedeckt in den Händen halten und die Kinder fühlen lassen.

 

Schnecke entdeckt! Suchspiele lassen lange Strecken kurz werden.

Schneckenrennen sind okay, wenn: Zwei oder mehr Schnecken sowieso gerade nebeneinander den Baum hoch oder den Weg entlang kriechen. Bitte nicht berühren – und schon gar nicht wegtragen oder markieren!

Wer kann, kann sich auch selbst kleine Spiele (sie sollten nicht zu lang sein) ausdenken. Es gibt aber auch Bücher mit Tipps.

4. „Schulstunde“

Japp, Schule nervt. Aber schon immer galt: Wanderausflüge sind super! Das liegt nicht nur am Proviant und an den Freunden. Kinder haben, wenn sie es quasi freiwillig tun, auch Spaß am Lernen.

Interessiert sich eines der Kinder für Blumen, könnte es zum Beispiel nach ganz bestimmten Blüten Ausschau halten, sie sammeln und später zu Hause trocknen. Dafür unbedingt neben einem Bestimmungsbuch auch ein Heft für die gesammelten Blumen mitnehmen.

Draußen und freiwillig macht Lernen sogar Spaß.

Auch Bäume lassen sich bestimmen, Geschmäcker von Kräutern erfahren oder Kaulquappen zählen. Fragen wie: Warum harzen Bäume? Wie fühlt sich Harz an? (Ja, klebt. Bisschen Butter macht die Hände aber wieder weich.) Wem gehört diese Höhle? lassen Kinder die Natur mit ganz anderen Augen sehen.

5. Der Anfang

Kinder müssen eigentlich nicht wissen, wie lang die Tour ist. Erst recht dann nicht, wenn sie noch zu klein sind, um 5 oder 8 oder 10 Kilometer einzuschätzen.

Trotzdem dürfen sie vorher wissen, welche Highlights auf sie warten. Das steigert die Motivation. Ein steiler Anstieg direkt zu Beginn ist zudem oft nervig, wartet dahinter aber die beste Aussicht der Welt, darf das ruhig mal sein!

6. Das Ende

Am Ende geht alles. Noch mal ein kurzer Anstieg? Kein Problem, wenn dahinter alles geschafft ist, der Spielplatz als Ausflugsziel wartet oder auch die Burgruine. Am tollsten bei heißen Wanderungen ist genau dann natürlich das Bad im kühlen Bergsee. Oder, wenn möglich, ein Lagerfeuer machen!

Lagerfeuer sind DAS Abenteuer für Kinder am Ende einer Wanderung.

Nervig mit müden Kindern: Bahnfahren zurück zum Auto. Lieber am Endpunkt parken und dann mit der Bahn zum Start fahren – oder gleich einen Rundweg laufen.

7. Dabei haben

Viel Wasser, vielleicht auch etwas Saft. Das richtige Jausen-Essen, siehe oben. Eine Lupe, um Insekten beobachten zu können, ein Fernglas für die Gämsen weit hinten am Berg oder den Bussard am Himmel. Mindestens eine Decke. Verbandszeug und alles für den kleinen Notfall. Karten und Handy. Etwas zum Aufmuntern, wenn die Motivation doch einmal sinkt. Einen Ball oder ein Seil zum Tauziehen. Sonnenschutz. Handtuch.