Gastbeitrag: Was esse ich am besten beim Wandern?

Veröffentlicht von Schrat am

Wer sich bewegt, muss essen. Wer sich viel bewegt, muss mehr essen – oder zumindest mehr Energie zu sich nehmen. Wie man das hinbekommt, dabei auch noch gesund und ohne Industrie-Zucker zu essen, haben wir unsere Freundin Eva gefragt. Sie betreibt den Blog quitnice.de und kennt sich ziemlich gut aus.

Jeder, der mich kennt weiß, dass ich das Haus nicht verlasse, wenn ich nicht genau weiß, was ich die nächsten 24 Stunden essen werde – und damit auch zufrieden bin. Ich bin ein Freak, was das angeht. Und ich esse genauso gerne wie ich koche.

Damit wisst Ihr schon mal zwei Dinge von mir. Als Tim und Lena mich gefragt haben, ob ich nicht was zum Thema „Wandern und Essen“ schreiben möchte, war ich außer mir vor Freude. Denn, und ich denke das habt ihr geahnt, meine dritte Leidenschaft ist Bewegung.

So hab ich also die Ehre, euch ein bisschen mit dem wichtigsten Thema der Welt zu unterhalten:

Was esse ich beim wandern?

Vielleicht seid Ihr auch schon das ein oder andere Mal losgezogen, ohne darüber nachzudenken und seid an einen Punkt gekommen, an dem ihr der Frustration nahe wart: nichts Vernünftiges zu essen in der Nähe oder zu deftig gegessen und deswegen lahm.

Auf mehrtägigen Wanderungen spielt Ernährung eine noch größere Rolle. Nicht nur, dass eintöniges Essen auf die Stimmung schlägt – der Körper braucht bei einer Belastung wie dem Wandern Energie. Und das am besten aus hochwertiger Nahrung. Aber dazu unten mehr, schauen wir uns erstmal den Kalorienbedarf an.

Wandern ist harter Sport.

Und das ist wirklich so. Während einige Leute immer noch behaupten, wandern sei kein Sport, nicken wir wissend und lächelnd und schauen uns mal die Kalorienbilanz eines Wandertages an. Ich selber habe einen täglichen Kalorien Grundbedarf von ungefähr 1300 kcal. Das braucht mein Körper um zu funktionieren, die Temperatur zu halten und dafür zu sorgen, dass ich nicht in mich zusammensacke.

Dazu kommen an einem normalen Tag nochmal 600-700 kcal (Parkhaus-Treppe hoch oder zur Bahn, sich auf der Arbeit aufregen, Wäsche aufhängen etc.). So lande ich am Abend bei circa 1900 kcal. Mein Körper und ich sind, wenn er die Kalorien bekommt, happy und wir können schlafen.

Wenn wir nun wandern gehen, verbrauchen wir bei einer normalen Wanderung (und ich spreche hier nicht von Kletterpassagen) mindestens 300 kcal pro Stunde. Das gilt jetzt für mich mit 60 kg, bei 80 kg sind wir da schon deutlich höher, kommen schwierige Passagen dazu erst recht. Bei einer Tageswanderung kommen wir also locker auf 2000 kcal zusätzlich.

Das ist schon eine ganz schöne Menge. Und nun kommen wir zu dem Punkt, den ich oben schon kurz angekündigt hatte: Es ist nicht nur wichtig, dass ihr diese Kalorien zu euch nehmt, um Power zu haben, sondern eben auch in welcher Form.

Pause – auch fürs Futtern!

Drei einfache Zutaten für den glücklichen Wanderer

Bevor wir gleich einen Blick auf konkrete Versorgungsmöglichkeiten werfen, möchte ich Euch die drei Komponenten vorstellen, die während Eurer Wanderung Eure Haupt-Kalorienquellen sein sollten:

  1. Komplexe Kohlenhydrate: Hallo Vollkornbrot, Linsen, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Kartoffeln. Adieu Weiß- und Toastbrot, Panaden und weiße Nudeln.
  2. Gute Fette: Begrüßt Nüsse und Kerne auf eurem Speiseplan. Ihr werdet gute Freunde werden. Auch die Kokosnuss ist bald euer Begleiter.
  3. Proteine: Ich bin kein Veggie, aber ich tu jetzt mal so: Pflanzliches Eiweiß aus Linsen, Soja, Buchweizen und Quinoa, außerdem ausgewählte Milchprodukte. Nicht Vegetarier können natürlich auf Fleisch und Fisch zurückgreifen.

    Nüsse und Vollkorn – nie verkehrt.

Aber wieso das Ganze?

Langen nicht auch ein Sandwich und ein Müsliriegel? Nicht wirklich. Bei einer Wanderung ist es wichtig, dass euer Körper langanhaltend mit Energie versorgt wird. Jetzt gibt es die schnellen Lieferanten, wie Fruchtquetschies, Fruchtriegel, Toastbrot oder eine Pizza (also alles was einfache Kohlenhydrate sind, ihr seht es ).

Diese Nahrungsmittel geben sehr schnell, sehr viel Energie, weil der Zucker direkt ins Blut geht. Genauso schnell verschwindet er da aber auch wieder. Das Ergebnis: Nach einer Stunde steht ihr vor dem gleichen Problem wie zuvor – wenig Energie und Hunger.

Wenn ihr hingegen auf die obere Kombination der drei Kalorienquellen zurückgreift, dann kann euer Körper die Energie sehr viel länger nutzen. Ihr habt keinen Hunger, dafür aber viel Power. Optimal für längere Belastungen, wie sie beim Wandern auftreten.

Fee ist hungrig.

Käsespätzle tun immer gut nach einem harten Anstieg. Wenn es danach noch weitergeht, liegen sie oft aber doch schwer im Magen.

Das Thema mit der Gewichtsreduktion

Auch wenn es sicherlich nicht das Hauptthema ist, dennoch höre ich immer wieder: Ich bewege mich doch so viel, wieso nehme ich denn nicht ab? Auch hier liegt der Grund in der Ernährung und meistens auch beim Alkohol.

Das Bedürfnis sich zu belohnen, wenn man einen Tagesmarsch hinter sich hat, ist riesig. Deswegen neigen viele dazu, dann doch zu viele Kalorien und dazu die falschen zu sich zu nehmen.

Das ist ein einfaches Rechenspiel: Nimmst du mehr Kalorien zu dir als du verbrauchst, nimmst du zu. Easy as it is. Morgens mit Eiern, Speck und Weißbrot in der Pension starten, mittags Schnitzel mit Pommes und ein Bier und den Abend mit Spätzle und einer Flasche Wein ausklingen lassen – das ist halt nicht optimal, wenn man das Ziel hat, sich etwas zu verschlanken.

Mit ein bisschen Planung und gutem Willen bekommt ihr das aber hin. Lecker essen, viel Power und vielleicht sogar noch ein kleines Kilo weniger. Hört sich doch gut an oder?


Mehr Rezepte, Anregungen zu gesunder Ernährung und Tipps für die sportlich und bewusst ernährtes Leben gibt es von Eva bei quitenice.de.


 

Wie hat dir der Beitrag gefallen?
[Total: 0 Average: 0]

Schrat

Wanderschreiber

1 Kommentar

Gastbeitrag: Zuckerfreies Wanderfutter selbstgemacht | #schratundfee · 28. Mai 2018 um 6:45 am

[…] der Theorie seid ihr bereits gewappnet, wenn ihr meinen vorherigen Gastbeitrag hier gelesen habt. Für die Praxis helfe ich Euch noch mit ein paar Ideen und Rezepten weiter. Vielleicht hilft euch […]

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.