Packt für ein paar Tage mehr – Wandern auf Fernwegen

Veröffentlicht von Schrat am

Wandern auf langen Wegen mit mehreren Etappen gehört wohl zur Königsdisziplin des Wanderns. Sich für mehrere Tage oder gar Wochen ausklinken, das Reise-Tempo durch die eigenen Schritte bestimmt. Doch Fernwandern ist auch eine krasse Dauer-Belastung. Wir haben ein paar einsteigerfreundliche Fernwanderwege rausgesucht.

Fernwanderwege haben gegenüber selbst zusammengestellten Mehrtages-Touren zwei große Vorteile:

Zum einen sind sie meist gut ausgeschildert, das erspart den ständigen Blick auf die Karte, und es gibt überhaupt Wanderführer und Karten, die sich diesen Wegen widmen, Tipps parat haben und vielleicht sogar Sehenswertes abseits der Hauptstrecke erwähnen.

Zum anderen gibt es entlang dieser Wege meist die entsprechende Infrastruktur, etwa mit Gepäcktransporten, Unterkünften und Einkaufsgelegenheiten.

Ob von Hütte zu Hütte, von Hotel zu Pension oder von Campingplatz zu Campingplatz: Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf diesen Fernwanderwegen meist mehrere. Viele haben eigens von Tourismusbüros angelegte Websites, auf denen Infos rund um den Weg und Unterkünfte aufgelistet sind.

Doch genug vom Drumherum, ab zu den Wegen:

Ruhrhöhenweg, NRW

Schicke Aussichten bietet der Ruhrhöhenweg bereits bei geringen Höhen.

Dieser Weg führt über 240 Kilometer aus dem Sauerland, von der Quelle der Ruhr, bis nach Duisburg, wo der Fluss in den Rhein mündet.

Das Sauerland hat viele Wanderwege.

In zehn bis zwölf Etappen lässt sich der Weg bewältigen und führt  über die Berge und Hügel des Sauerlands durch das Ruhrgebiet (ja, auch hier kann im Grünen wandern) bis zum größten Binnenhafen der Welt.

Die ersten paar Kilometer dieses Weges habe ich mit meinem Freund Dominik bereits bestritten, von Winterberg bis nach Meschede. Von daher kann ich euch versichern, dass er absolut einsteigertauglich ist. Mit einem weißen Kreuz auf schwarzem Grund und einem R darunter ist er vom Sauerländischen Gebirgsverein gut ausgeschildert. Mehr Infos gibt es hier.

Malerweg, Sachsen

Für solche Ausblicke lohnen sich die Aufstiege.

112 Kilometer geht es auf dem Malerweg vom sächsischen Pirna bis zur tschechischen Grenze und auf der anderen Seite der Elbe wieder zurück. Dabei führt der Weg durch das beeindruckende Elbsandsteingebirge und den Nationalpark Sächsische Schweiz.

Acht Etappen werden vorgeschlagen, und da die Felsen rauf und runter einige Höhenmeter zusammenkommen, sollte man sich für die einzelnen Tage nicht zu viel vornehmen. Vergangenes Jahr bin ich zwei Etappen, die zweite und Dritte, von Wehlen bis nach Altendorf, mit meinem Vater gegangen. Beide Anfänger, er noch etwas mehr als ich, sind schon arg ins Schwitzen geraten, haben aber alles ganz gut geschafft. Die Ausblicke von den Felsen entschädigten die Anstrengungen. Mehr zu diesem Weg findet ihr hier.

Westweg, Baden-Württemberg

Foto: Timo Hoch

Dieser Fernwanderweg gilt als der älteste dieser Art im Schwarzwald. Bereits 1900 wurde er eingerichtet, sagt jedenfalls der Schwarzwaldverein, der ihn betreut. Von Pforzheim führt er über 285 Kilometer nach Süden, inzwischen in zwei Varianten – eine östliche und eine westliche. Beide enden nach elf Etappen in Basel, die westliche Variante führt über den Feldberg, während die östliche ab Titisee über den Hochkopf führt.

Der gesamte Schwarzwald lässt sich als Anfänger sehr gut erwandern, weil es generell viele Wege und gute Beschilderungen gibt. Den Westweg in der vorgeschlagenen Staffelung zu laufen ist jedoch eine große Herausforderung, sind doch einige Höhenmeter und Etappen bis zu 35 Kilometern pro Tag veranschlagt. Doch die Etappenziele kann sich jeder selbst anders setzen oder auch nur Teile des Weges laufen. Mehr zum Weg gibt es beim Schwarzwaldverein.

Ostseeküsten-Wanderweg E9, Mecklenburg-Vorpommern

Die Ostsee bei Warnemünde

Foto: Nils Nedel

Wenn ein Wanderweg schon die Bezeichnung E trägt, hat er es in sich. Mit E und einer Zahl sind die europäischen Fernwanderwege bezeichnet, der kürzeste der insgesamt zwölf Wege ist knapp 2000 Kilometer lang.

An der Ostseeküste gibt es einen Abschnitt des E9, der über 400 Kilometer von Travemünde bis Ahlbeck fast komplett an der Meeresküste verläuft. Die Etappen des Weges können Wanderer sich selbst einteilen. Da er an der Küste verläuft, ist er überwiegend flach, Anstiege wie im Schwarzwald oder in den Alpen sind nicht zu erwarten. Wie alle europäischen Fernwanderwege ist der E9 ein Zusammenschluss meist bestehender Wanderwege und nicht durchgängig gut ausgeschildert. Der dortige Wanderverband rät daher, anständige Karten mitzunehmen. Durch Uferabbrüche sind zudem einige Wegabschnitte nicht begehbar. Informiert euch vorher also besser im Detail, zum Beispiel hier.

Hermannsweg, NRW

An den Externsteinen.

157 Kilometer schlängelt sich der Hermannsweg durch den Teutoburger Wald, von Rheine bis nach Leopoldstal. Er führt durch Dörfchen und Städte wie Bielefeld, Wälder und zu Sehenswürdigkeiten wie dem Hermannsdenkmal und den Externsteinen. Die Etappen lassen sich sehr flexibel einteilen, schaut am besten selbst.

Heidschnuckenweg, Niedersachsen

Die Heide blüht.

Foto: Archit Dharod

Dieser Fernwanderweg nennt sich selbst den schönsten Wanderweg in Norddeutschland. Und die Lüneburger Heide ist wirklich wunderschön, besonders im August und September, wenn die Heide lilafarben blüht. Doch auch im Frühjahr ist es dort schön, wie Lena schon aufgeschrieben hat.

Auf dem insgesamt 223 Kilometer langen Weg von Hamburg-Fischbek nach Celle habt ihr auch ausreichend Gelegenheit, sie zu bewundern. 13 Etappen werden für den Weg vorgeschlagen, der mit einem weißen H auf schwarzem Grund markiert ist. Mehr Informationen gibt es hier.


Ihr habt weitere Fernwanderwege, die ihr auch für Anfänger empfehlen könnt? Schreibt uns!

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