Welche Berghütten schon geöffnet haben – und welche noch nicht

Veröffentlicht von Schrat am

Der Frühling hält in den Tälern Einzug: Bäume knospen, Blumen blühen, die Schneegrenze verkrümelt sich weiter nach oben, die perfekte Wanderzeit hat begonnen. Wer die Wanderschuhe schnürt und eine Berghütte als Ziel oder Rast einplant, sollte sich jedoch vorbereiten. Zwar haben einige Hütten schon auf, andere aber noch lange nicht!

Das Wetter im Frühjahr kann sehr trügerisch sein: Während im Tal T-Shirt-Wetter herrscht und die Sonne scheint, kann am Berg noch meterhoch Schnee liegen. Ein Beispiel: Vor zwei Jahren haben wir im Februar einen Ausflug zum Mummelsee gemacht. In Baden-Baden schien die Sonne, es war T-Shirt-Warm.

Schnee und Eis bis in den Frühsommer hinein

Oben, am Fuße der Hornisgrinde, lag noch mehr als ein Meter Schnee, alle Wege waren noch vereist und die Sicht betrug knapp 50 Meter in dicker Wolken-Nebel-Suppe. Baden-Baden liegt auf 181 Höhenmetern, der Mummelsee auf 1.036 Metern.

In den Alpen können diese Witterungsunterschiede noch gravierender sein, vor allem auf der Nordseite von Bergen. Dort fällt viel weniger Sonne hin, Schnee und Eis bleiben länger liegen, bis in den Sommer hinein.

Die Berghütten der Alpen passen sich und ihre Öffnungszeiten dem Wetter an – sofern sie als Wintersportstandort nicht ohnehin den Winter über geöffnet haben. Viele Wander- und Mountainbike-Hütten machen Winterpause. Und je nach Lage und vor allem Höhe kann dieser Winter im September beginnen und erst im Mai/Juni enden.

Ausnahmen sind Winterlager oder Notlager. Fast jede Berghütte hat einen verschlossenen Verschlag, in dem Skifahrer oder Schneewanderer im Notfall unterkommen können.

Hüttenpause in den Tiroler Alpen, hier im September und auf geringer Höhe.

Ein paar Hütten, die ihr schon jetzt aufsuchen könnt:

  • Das Königshäuschen. Auf 560 Metern steht diese Wanderhütte mitten im Thüringer Wald. Sie hat seit Karfreitag an den Wochenenden geöffnet. Mehr Infos zu der Hütte und möglichen Wanderwegen dorthin gibt es bei bergwelten.de. Von den Experten dort haben wir offen gesagt auch die Infos über diese bereits geöffneten Hütten.
  • Die Pfeifer-Alm. Sie liegt auf 980 Metern im Estergebirge, Bayern, am Fuße des Wank. Von dort hat man einen tollen Blick auf Zugspitze und das Wettersteinmassiv.
  • Die Rauchenbühelhütte. Diese Hütte findet ihr auf dem Gaisberg, in 975 Metern Höhe, in den Salzkammergut-Bergen bei Salzburg. Sie wird von den Naturfreunden dort betrieben und hat am Wochenende geöffnet. Mehr Infos zur „Rauchi“ gibt es hier.
  • Das Stubenberghaus. Diese Hütte hat das ganze Jahr über geöffnet – sie ist auf dem Schöckl, dem Grazer Hausberg auf 1.445 Meter auch per Seilbahn erreichbar.
  • Die Emser Hütte. Zwischen Hohenems und dem Bergdorf Ebnit in Vorarlberg im Bregenzerwald-Gebirge liegt sie auf 1.298 Höhenmetern. Auch sie ist ganzjährig geöffnet. Mehr Infos gibt es online.

Solange Schnee und Eis den Berg fest im Griff haben, bleiben viele Hütten geschlossen.

Das Foto ist von thomas henke

Die Alpenvereine haben den Überblick

Weitere Hütten könnt ihr gut über die Alpenvereine finden. Der Deutsche Alpenverein (DAV) zum Beispiel hat eine gute Hüttensuche. Dort steht zwar nicht immer direkt, ob die Hütte bereits geöffnet hat, aber zumindest stehen dort Kontaktinfos der Wirtin oder des Wirts. Ist die Hütte selbst nicht erreichbar hilft die Sektion des Vereins, die für die Hütte zuständig ist, weiter. Auch der ÖAV, der Österreichische Alpenverein, hat ein Such-Angebot für Hütten, ebenso der Schweizer Alpen Club (SAC).

Wichtig: Der DAV verzeichnet nicht bloß Hütten in den deutschen Alpen, sondern jene, für die Sektionen des DAV zuständig sind. Diese können überall in den Alpen liegen. Sucht daher ruhig bei allen drei Vereinen.

Wenn ihr unsicher seid, ob ihr an der Hütte bereits einkehren könnt, ruft am besten an. Wollt ihr übernachten, solltet ihr euch eh ankündigen. Ansonsten verraten Webcams von Berghütten- und Hotels sowie an Staudamm-Stationen und Bergbahnen viel über die Witterung in der Höhe – und geben entsprechend Aufschluss darüber, ob Hütten und Einkehrmöglichkeiten bereits geöffnet haben.

Das Titelbild zeigt übrigens die Innsbrucker Hütte in den Stubaier Alpen, Österreich. Sie liegt auf 2.369 Metern und somit so hoch, dass sie üblicherweise erst im Juni öffnet. Fotografiert hat sie Tako van Midwoud


 

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