So viel solltet ihr beim Wandern trinken

Veröffentlicht von Fee am

Wandern ist Bewegung und manchmal richtiger Sport. Wer richtig Höhenmeter macht und auch noch lange Strecken läuft, der muss viel trinken. Aber wie viel genau?

Logisch, die erste Antwort muss hier sein: Das kommt ganz darauf an. Darauf nämlich, wie anstrengend die Strecke ist. Und auf die Temperatur natürlich. Aber es gibt noch ein paar weitere sehr wichtige Tipps zum richtigen Trinken beim Wandern.

1. Wandert ihr weit?

Wer nur mal eben fünf, sechs Kilometer durch den Wald gehen will, der muss keine drei Liter Wasser mitnehmen. Wenn die Tour kleiner ausfällt, reicht vielleicht auch mal die Ein-Liter-Flasche. Unter einem würde ich es allerdings nicht machen, auch, weil immer mal was Unvorhergesehenes passieren kann.

2. Geht’s bergauf?

Wer ordentlich Höhenmeter macht, strengt sich noch mal mehr an. Der Körper braucht Wasser, ganz eindeutig. Wie beim Sport gilt hier: Wer viel schwitzt, der muss auch viel nachtanken.

3. Ist es heiß?

Wenn ja, nimm ruhig mal die doppelte Menge von dem mit, was du sonst so dabei hast. Da wir mit Mio zu dritt sind, sind das an Tagen mit normaler oder kühler Temperatur schon mindestens drei Liter. Jetzt im Sommer dann gerne auch mal sechs!

Gut, wenn es viele Bäche gibt. Da kann Mio sich abkühlen und viel trinken.

4. Wo geht’s lang?

Wanderst du im Tal oder am Berg? Ist mit Quellen oder Brunnen zu rechnen? Wirst du mehrmals einkehren oder könntest dir an diversen Stationen wenigstens die Flasche wieder auffüllen?

Dann kannst du natürlich weniger mitnehmen. Plan nur genug für die Strecken zwischen den Auffüllmöglichkeiten ein. Sind zwei Hütten zum Beispiel 15 Kilometer auseinander, hilft dir das nicht besonders – außer es gibt überall Brunnen.

Trink, bevor du durstig bist

Viel trinken hilft viel. Allerdings nie alles auf einmal!

Das ist ein ziemlich wichtiger Hinweis: Nicht erst dann trinken, wenn du schon Durst verspürst. Denn dann trinkst du vermutlich viel zu viel auf einmal, dein Magen kommt nicht drauf klar, deine Blase später auch nicht.

Wenn du regelmäßig ein, zwei Schluck trinkst, kann dein Körper die Flüssigkeitszufuhr viel besser verarbeiten. Das Wasser wird sofort da eingesetzt, wo es gebraucht wird. Und: Du kühlst dich regelmäßig etwas ab.

Brunnen nutzen

Wenn du auf deiner Tour an Brunnen oder Quellen vorbei kommst, nutze sie. Füll deine Flaschen wieder auf, nimm vielleicht einen Schluck aus einem Becher oder aus deinen Händen.

Brunnen mit Glas – was ein Service am Wegesrand!

Dann ist deine Haut dran: Lass das Wasser über deine Unterarme bis zum Ellbogen laufen – das belebt und entspannt gleichzeitig. Perfekt auf langen Wanderungen im Sommer!

Auch im Nacken fühlt sich ein bisschen kaltes Wasser super an. Dann kannst du noch dein Buff oder Bandana oder eine Mütze nass machen, um dich vor einem Sonnenstich zu schützen. Ein nasses Tuch um den Kopf kühlt außerdem ganz wunderbar. Jetzt nur nicht den Sonnenschutz vergessen, nur weil dir plötzlich nicht mehr so heiß ist.

Wasser oder was?

Es muss nicht immer Wasser sein. Aus einem Brunnen oder aus einer Quelle schmeckt das natürlich köstlich, da kann ich es nur empfehlen. Wer sonst aber lieber mit Geschmack trinkt, kann auch stark verdünnte Schorle trinken, am besten mit Citrusfrüchten.

Oder du legst dir Zitronenscheiben, Ingwerstückchen oder Gurkenscheiben ins Wasser – das gibt auch einen leichten, sommerlichen Geschmack. Beeren oder Kräuter wie Minze und Basilikum gehen auch super.

Bier mit Alkohol ist keine so gute Idee. Alkohol entzieht dem Körper Wasser und Mineralien – beides brauchst du auf einer Wanderung mehr denn je. Gegen ein alkoholfreies Bier, vor allem am Ende auf der Hütte, ist aber nichts einzuwenden.

Also wie viel jetzt?

Kommt drauf an – auf die ganzen oben genannten Faktoren. Wenn du zum Beispiel eine 20-Kilometer-Tour vor dir hast, mit Höhenmetern, weit oben in den Bergen, in der Hitze des Sommers, nimm richtig viel mit.

Drei oder sogar vier Liter sind da nicht zu viel – außer du kennst die Strecke und weißt ganz sicher, dass du deine Flasche wieder auffüllen kannst. Dein Körper kann je nach Anstrengung bis zu einem Liter verbrauchen – und somit auch wieder brauchen.

Wasser aus dem Bach: ja oder nein?

Klar, Bierchen geht auch mal. Am Besten aber alkoholfrei.

Wichtig: Gletscherwasser solltest du nicht unbedingt trinken. Das geht schon, aber es ist so nährstoffarm, dass es deinem Körper eher Mineralien „entzieht“, als dir welche zu geben.

Und auch stehende Gewässer, Bäche, die unterhalb von Almen oder Hütten liegen sowie Viehtröge, die nicht eindeutig als Trinkwasserbehälter gekennzeichnet sind, sind tabu. Schnell fließende Gebirgsbäche – erst recht oberhalb von Almen – sind in der Regel kein Problem. Aber hab ein Auge drauf, was vielleicht ins Wasser gelangt sein könnte. Für den Notfall gibt’s allerdings auch Wasserfilter.

Dass du genug trinkst, ist essenziell. Wer dehydriert – und das geht schneller, als du vermutlich denkst – verliert Ausdauer, Konzentration und Trittsicherheit. In den Alpen kann das ganz schnell ganz ungesund werden. Und auch sonstwo ist es gar nicht witzig, wenn dein Körper austrocknet.

Also: Mach immer wieder kleine Pausen, in denen du vor allem trinkst. Aber iss auch genug stärkende Snacks, wie zum Beispiel Nüsse oder die zuckerfreien Müsliriegel von Eva!

Beitragsfoto von Phil Thep (Unsplash.com)

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