Das Aostatal: Wandern mit Blick auf den Mont Blanc

Unser Aufenthalt im Aostatal war eher durchwachsen – mittelmäßiges Wetter, Unterkunft auch eher so mittel sowie eine erstrahlende Motorkontrollleuchte und ein Zwischenfall am Berg. Dennoch kann ich guten Gewissens sagen, dass das Aostatal, im Dreiländereck Italien-Schweiz-Frankreich, für Wanderer und sonstwie Berg- und Outdoorsportbegeisterte großartig ist.

Auch abseits des wunderschönen Nationalparks Gran Paradiso (dem wir noch einen Beitrag widmen werden) hat das gesamte Tal viele Wanderwege – mit den Wandergebieten der Schweizer Alpen, die wir auf diesem Trip zuvor besucht haben, lässt es sich jedoch nicht vergleichen.

Am Colle San Carlo

Wenige, dafür leere Wege

Die Wege sind rarer, die Wegschilder seltener. Aber mit einer Karte findet man sich gut zurecht und zumindest die Gebiete und Wege, die wir gesehen haben, sind nicht überlaufen. Je nachdem, ob ihr im Norden des Tals oder im Westen wandert, könnt ihr dies mit Blick auf den Mont Blanc oder das Matterhorn tun.

Aber packt eine Karte ein, wenn man so Wegweiser-verwöhnt ist wie wir aus dem Schwarzwald und weiten Teilen der Alpen – da kommt schon mal schnell Unsicherheit auf, wenn es lange keinen Hinweis darauf gibt, ob man sich noch auf dem richtigen Weg befindet.

Die längste Wanderung haben wir an einem Berg gegenüber der Mont-Blanc-Gruppe unternommen. Auch Ende Juni sind wir noch auf sehr viel Schnee getroffen, gerade auf Ost- und Nordseiten von Bergen sollte das bei der Tourenplanung berücksichtigt werden.

Der Lago d’Arpy

Jeder hat einen Hund

Als Reisende mit Hund hat das ganze Tal einen guten Eindruck bei uns in dieser Hinsicht einen guten Eindruck hinterlassen. Gefühlt jeder hat einen Hund – im Dörfchen Semon hat uns eine ältere Bewohnerin auch gesagt, dass das so sei. Entsprechend hundefreundlich sind die Menschen, auch in Läden in der Stadt, überall stehen Wassernäpfe rum.

Die Stadt Aosta

Die namensgebende Stadt ist durchaus auch einen kleinen Besuch wert. Plant jedoch nicht zu viel Zeit dafür ein, zumindest wenn ihr – wie wir mit Hund – Kirchen, Museen und Ausstellungen nicht besuchen könnt oder wollt. Die Fußgängerzone mit einigen architektonischen Relikten noch aus der Zeit des antiken Rom beschäftigt euch gut und gern einen halben Tag. Das genügt meiner Meinung nach auch. Packt ein bisschen Geld ein, dort gibt es noch einige feine Läden sowie Cafés und Vinotece.

Die Verständigung mit Menschen, aber auch über Schilder, ist herrlich durcheinander. Denn zwischen Frankreich, Schweiz und Italien wird vor allem Italienisch, Französisch und Deutsch gesprochen. Alles schön durcheinander. Mit ein bisschen Italienisch kommt man aber gut zurecht, Französisch ist ein Bonus.

Tipp für die Unterkunft

Unsere Unterkunft im Dorf Semon.

Wir hatten ein kleines AirBnB in einem kleinen Bergdorf, in einem kleinen Steinhäuschen mit Kamin. Das klingt zwar wild-romantisch, ist in der Realität leider nicht so schön. Denn ein kleines Steinhäuschen am Berghang mit wenigen Fenstern ist auch mit Kamin vor allem immer kühl, klamm und ein bisschen muffig. Wieder was gelernt bei all den vielen Faktoren, die man bei der Unterkunftssuche beachten sollte.

Davon ab ist so ein Bergdorf zwar schön, der Ausblick ins Tal beim Wein abends großartig – doch wenn man Ausflüge wie Wanderungen in anderen Ecken des Tals unternehmen will, ist es verdammt unpraktisch. Denn jede Tour beginnt mit einer fast halbstündigen Abfahrt und endet mit einer ebenso langen Auffahrt. Kommt lieber in einem der zentraleren Talorte unter. Von dort aus gelangt ihr schneller mit dem Zug oder Auto an schöne Ausgangsorte für Wanderungen, zudem gibt es dort auch mehr ebene Flächen für etwa Campingplätze, die immer noch eine günstigere Alternative zu Hotels oder einem AirBnB sind.

Die Gruppe rund um den Mont Blanc.

 

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