Ganz allein im Naturfreundehaus

Veröffentlicht von Fee am

Mehr als 50 Schlafplätze hat das Naturfreundehaus am Brünigpass in den Alpen des Berner Oberlandes. Es liegt mitten im Wald, am Fuße einer steilen, kahlen Felswand. Wir haben dort ganz alleine übernachtet.

Glücklicherweise wohnen Sylvia und ihr Mann gleich nebenan. Das musste ich mir abends, als die Sonne hinter den Berner und Luzerner Alpengipfeln verschwand, ein paar Mal vorsagen. Laut.

Denn vor der Nacht, die mir in ihrem Gasthaus bevorstand, gruselte ich mich schon ein bisschen.

Plötzlich alleine

Wir waren für eine Nacht im Naturfreundehaus, das die beiden am Brünigpass betreiben. Und am Mittag, als wir ankamen, dachte ich noch, dass wir ja sicher nicht die einzigen wären. Auf diese Idee kam ich zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht.

Am Lungerner See

Als wir dann aber, nach einer super Tour zum Lungerner See hinunter und wieder rauf ein perfektes Abendessen von Sylvia bekamen, dämmerte mir langsam was: Wir waren die einzigen Gäste, selbst die Inhaber wohnten nicht im gleichen Haus.

Zwei Menschen, ein Hund und 50 freie Schlafplätze. Immerhin war die Tür des großen Hauses abgeschlossen – Sylvia hatte extra noch mal drauf hingewiesen.

Besser zu zweit in einem engen Bett

Als wir frisch geduscht (Duschen im Keller, dunkel, nicht so hübsch, zweckmäßig halt) auf unseren gemachten Betten im ersten Stock saßen, schrie ein Fuchs. Ich kenne die Rufe nur zu gut, lange wohnte in Dortmund einer in meiner Nachbarschaft. Aber an so ’nem Bergpass, im Wald, ringsherum weder Straßen noch andere Menschen – da ist das was ganz Anderes.

Blick in die Dämmerung über Lungern

Erstaunlicherweise schlief ich relativ gut. Obwohl wir uns ein 90-Zentimeter-Bett teilten (schien mir sicherer zu sein). Mio war oft wach, wollte ins Bett und weckte mich auf. Aber auch er ließ sich von den Eulen-, Fuchs- und was weiß ich noch Rufen draußen nicht einschüchtern.

Gastronomie als Hobby

Super Essen am Abend!

Syliva sagt, sie liebt es, so „abgeschieden“ zu leben. Der Brünigpass ist gar nicht weit weg, fünf Minuten sind es zur Bahnstation, und doch ist rings um das Haus nichts als Wald und Berg.

Sie und ihr Mann pachten das Naturfreundehaus schon seit 2010. „Wir führen es als Familienbetrieb mit tatkräftiger Unterstützung von Tochter und Sohn und einem Helferkreis von Freunden“, erzählt Sylvia, und dass ab und an noch eine gute Bekannte hilft, um im Haus Ordnung zu halten.

Auf dem Flur im ersten Stock steht ein Staubsauger und bei dessen Anblick kann ich mir nur ungefähr vorstellen, wie viel Arbeit das alles sein muss. Doch für Sylvia ist „Gastronomie ein Hobby“, und nicht nur schuften. Sie kocht super und auch gerne, das schmecken wir raus. Und sie sorgt sich, will uns satt und zufrieden wissen.

Empfehlung ja – nur ohne duschen

Wir können das Naturfreundehaus auf jeden Fall empfehlen. Wanderrouten gibt’s etliche ab Haustür, Betten sind bequem und Essen lecker und reichhaltig – perfekt für lange Wandertouren. Die Duschen waren gewöhnungsbedürftig, glücklicherweise muss sich dort ja aber niemand ewig aufhalten.


 

Wie hat dir der Beitrag gefallen?
[Total: 0 Average: 0]

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.