Paradiesischer Gran Paradiso – nur nicht mit Hund

Der Nationalpark Gran Paradiso im Süden des Aostatals ist tatsächlich ein Paradies. Heimat von Steinböcken und Murmeltieren in fünf Tälern, mit tollen Wegen, Bächen und Wasserfällen. Nur leider ist der Park nichts für Wanderer mit Hund.

Der Nationalpark trägt den Namen seines höchsten Berges – der ein Bergsteigerparadies sein soll mit den umliegenden Gipfeln. Allesamt sollen sie verhältnismäßig zugängliche 4000er sein. Doch im Detail kann ich das nicht beurteilen. Ich bleibe lieber beim Wandern.

Einer der Cascate di Lillaz – man beachte die im Aostatal allgegenwärtige Vermischung von Italienisch und Französisch.

Dichte Wälder, rauschendes Wasser

Nicht immer sind die Wegweiser so gut zu sehen wie dieser Pfeil.

Doch auch dafür sind die Zustände im Nationalpark Gran Paradiso paradiesisch. Dichte Wälder, rauschende Wasserfälle, Flüsse und schroffe Felsen – dazu einige gut platzierte Wanderparkplätze, Busverbindungen und beschilderte Wege. Viele davon führen recht steil die Hänge hinauf und an ihnen entlang.

Zumindest haben wir all das im Valle di Cogne so vorgefunden und kennengelernt – wenn auch nicht sehr viel davon. Denn im gesamten Nationalpark dürfen Hunde nur auf dem Talboden mitgenommen werden. Es ist streng verboten, mit ihnen die Wanderwege in die Wälder und auf die Berge zu nehmen.

Schutz für Murmeli und Steinbock

So sollen die Alpentiere, allen voran Steinbock und Murmeltier, geschützt und geschont werden. Da wir Mio selbstverständlich nicht im Auto gelassen haben, wurde aus einer geplanten Wanderung ein längerer Spaziergang. Denn auch wenn ich bereits gelesen hatte, dass Teile des Parks für Hunde verboten sind, so hatte ich doch überlesen, dass das Verbot für nahezu den gesamten Park gilt.

Eine Ausnahme von dem strengen Verbot bilden bestimmte Wanderrouten. Auf diesen dürfen Hunde vom 15. Juli bis zum 31. August auch abseits der Talböden mitgenommen werden. Einen Überblick hat die Parkverwaltung hier zusammengestellt.

Sprudelndes, rauschendes Wasser einfach überall.

Klettern im Eis oder Treiben im reißenden Wasser

Auf unserem Spaziergang durch das Örtchen Lillaz entdeckten wir die Cascate die Lillaz, beeindruckende rauschende Wasserfälle, hinter denen sich direkt einfach noch mehr Wasserfälle verbargen. Wer mehr und anderes als Wandern erleben will, kann sich im Sommer beim Canyoning probieren oder – wer es extremer mag – im Winter im Eisklettern an den gefrorenen Wasserfällen.

Der Nationalpark besteht aus insgesamt fünf Tälern, neben dem Valle di Cogne aus dem Valle Orco, dem Valle Soana, dem Valle di Rhêmes und Valsavarenche. Hinzu kommt noch Spazio Gran Paradiso, das Umland im Nordwesten und Südosten. Jedes Tal soll seinen eigenen Charakter haben, in Naturschönheit dürften sie dem Valle di Cogne aber in nichts nachstehen, soweit es die Bilder zeigen.

Sobald man die Wege die Berghänge hinaufschreitet, sollen Steinböcke und Murmeltiere fast garantiert sein – so sagt es zumindest die einschlägige Literatur. Wir selbst konnten uns nicht davon überzeugen, eben aufgrund des strengen Schutzes dieser Tiere.

Dass der Nationalpark so viel Wert auf den Schutz seiner tierischen Bewohner legt, liegt womöglich in seiner Entstehungsgeschichte: 1922 ist er zum Schutz des Steinbocks aus einem königlichen Jagdreservat hervorgegangen. Somit ist er der ältesten Nationalpark Italiens und der zweitälteste der Alpen. Und auch wenn uns unsere geplante Wanderung verwehrt blieb – mit dieser Begründung dafür kann ich gut leben.


 

2 Antworten auf „Paradiesischer Gran Paradiso – nur nicht mit Hund“

  1. Diese Erfahrung mache ich auch gerade, dass uns Wege mit Hund versperrt sind. Tatsächlich können Hunde ein Problem sein, wenn Hunde totes Tier anfressen. Das wird mit Krankheitsübertragung begründet wie Staupe. Dabei möchte ich höchstens auf 2200 Meter rauf. Das scheint nicht möglich. Mein Hund läuft nicht weg und auch nicht hinterher – sie ist einfach zu bequem. Wo ist es möglich mit Hund auf diese zu kommen? Zur Zeit bin ich in Layer vor Aoste.

    1. Hey Andrea,
      also abgesehen vom Gran Paradiso hatten wir noch nie das Problem, mit dem Hund auf bestimmte Höhen nicht gehen zu können. Hin und wieder haben wir lediglich Umwege in Kauf nehmen müssen, um Kühe mit jungen Kälbern nicht zu stören bzw. uns und den Hund nicht unnötig in Gefahr zu bringen.
      Hängen dort bei dir Schilder aus, die den Zugang mit Hund verbieten?

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