Thymian sammeln und Feigen naschen: Wandern an der Ardèche

Die Ardèche ist ein wunderhübscher Fluss, umgeben von wunderhübschen Felsen. Doch auf dieser Wanderung hatten wir nicht nur Augen für die Aussichten.

Zugegeben: Riesige Wandertouren haben wir bei unserem Roadtrip-Halt auf dem Weg nach Spanien nicht gemacht. Mit Temperaturen um die 30 Grad und prallem Sonnenschein haben wir es ruhig angehen lassen. Zum einen, weil es uns bei Hitze nicht viel Spaß macht. Zum anderen, weil wir Rücksicht auf Mio nehmen wollen.

Erster Halt: Saint Martin d’Ardèche

Dennoch haben wir einiges dieses Landstrichs zu Fuß entdecken können. Unser Lager aufgeschlagen haben wir in Saint Martin d’Ardèche, 50 Meter vom Fluss entfernt und direkt gegenüber des mittelalterlichen Dorfes Aiguèze. Der Ort mit seiner Jahrhunderte alten Festung gehört zu den Plus beaux villages de France – den schönsten Dörfern Frankreichs. Und Aiguèze trägt diesen Titel mit Recht.

Wanderwege führen vor allem entlang des Flusses, wer sich von der Ardèche entfernt, muss nahe der Dörfer in Kauf nehmen, immer wieder auch Straßen entlang zu laufen.

Zweiter Stopp: die Pont d’Arc

Tiefer in die Natur ging es an der Pont d’Arc, etwas nördlich unseres Lagerortes. Das Fotomotiv dürfte vielen aus diversen Reise-Magazinen und dergleichen bekannt sein. Und ja, es ist so beeindruckend schön wie auf Bildern. Die kleinen Berge rundherum belohnen die Aufstiege mit tollen Aussichten, spenden, karg bewachsen wie sie sind, aber wenig Schatten.

Aber im Fluss kann man sich abkühlen, das Wasser ist überall klar und herrlich, hier und da sollten sich Schwimmer aber vor der Strömung, Stromschnellen und Kanuten in Acht nehmen. Der Fluss bietet aber genügend Stellen, an denen man sich ruhigen Gewissens ins Wasser trauen kann.

Der eigentliche Held: die essbare Natur

Auf unseren Wanderungen, sei es direkt bei Saint Martin d’Ardèche oder nahe der Pont d’Arc, haben wir aber oft den Blick von der tollen Aussicht und den Klippen abgewendet. Stattdessen suchten wir den Boden und die Bäume ab. Überall wachsen wilde Kräuter, die Weinreben hängen schwer von Trauben und tieflila blitzen die Feigen zwischen den Blättern hervor. 

Am Wegesrand haben wir Thymian und Bohnenkraut für das Abendessen gesammelt. Der Duft allein, den der Sommerwind dabei zwischen den Weinstöcken vor sich her treibt! Ein paar Weintrauben – helle wie dunkle – finden sich in dieser Weinregion an jeder Ecke. Wer Skrupel hat, die deutlich abgegrenzten Anbauflächen zu betreten, sucht sich eine der zahlreichen wilden Pflanzen. Anders als man es von den allermeisten deutschen Weinbergen kennt, herrscht hier nämlich deutlich mehr Wildwuchs als bei den in Reih und Glied stehenden deutschen Weinreben.

Und in einer Kurve, auf dem Weg zurück zur Brücke, die die Ardèche quert, steht der Feigenbaum, voller reifer Früchte. Klar, Feigenbäume wachsen teils auch schon im milden Baden-Württemberg. Aber Sonne und Klima reichen dort meist nicht aus, dass sie vollhängen mit süßen Feigen. Dazu noch ein paar reife Brombeeren und der Versuch einer unreifen Olive.

Während wir also die Gegend rund um den Fluss und unseren Campingplatz besser kennenlernten, sammelten wir uns unsere Wegzehrung und alle Gewürze fürs Abendessen. Und all das schmeckt selbstgepflückt gleich noch viel besser. Wie Wandern in der Pfalz mit Pilzen und Kastanien, nur auf südfranzösisch.

Südfrankreich im Spätsommer. Symbolbild.

Die Tour an der Pont d’Arc zum Nachwandern:

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