Wandern in der Stadt

Veröffentlicht von Fee am

Im Urlaub rufen uns meistens die Alpen zu sich. Manchmal reisen wir aber auch von Ort zu Ort, machen einen Roadtrip quer durch Europa. Dann liegen auch Städte auf unserem Weg. Aufs Wandern verzichten müssen wir trotzdem nicht.

Erst vor wenigen Tagen waren wir in Barcelona. Die Stadt am Mittelmeer lag ohnehin auf unserem Weg und wir waren nach viereinhalb Stunden durch die pralle südfranzösische Sonne fahren wieder reif für eine Pause.

Nach Barcelona wollte ich schon lange mal, ich war noch nie dort, noch nie in Spanien. Allerdings war ne Bude oder n Zimmer in der Stadt keine Option für uns, zu laut, zu voll, zu sehr Landkinder. Deshalb haben wir uns einen Campingplatz südlich der Stadt rausgesucht und sind dort am Meer untergekommen.

Mio kann Stadt sowieso

Am Tag nach der Ankunft haben wir uns mit Mio auf den Weg zum Bus gemacht. Mio macht Stadt mittlerweile total gut, Menschen liebt er ohnehin, es können kaum genug Leute um ihn rum sein. Außerdem sind die Häuserecken spannend und überall liegen Essensreste. Ein Paradies – so lange es am nächsten Tag wieder raus ins Grüne geht.

Leider lieben die Busse hier keine Hunde. „Nur im Käfig“ war die Antwort des Busfahrers. Und auch in den Zügen seien sie nicht erlaubt. Immerhin haben wenigstens einige Taxifahrer kein Problem mit Mio gehabt und wir kamen doch noch in die Stadt.

Keine Lust auf Sagrada und Co.

In der Stadt stiegen wir am Hafen aus, latschten die Rambla hoch. Erst mal was essen, das ist sowieso immer unsere Devise und auch in Barcelona war das das erste Ziel. Im Veggie Garden haben wir Sandwiches, Salat und Wan Tans bestellt, dazu gab es riesiges Bier. Ankommen-Gefühl.

Szene-Viertel Gràcia

Satt und gestärkt für die Stadt machten wir uns auf ins Viertel Gràcia, Szeneviertel, das Prenzlauer Berg Barcelonas, nur schöner, entspannter, lässiger. Hier hätten wir ewig bleiben können, aber wir wollten ja wandern in der Stadt.

Direkt an Gràcia liegt der Park Güell, erschaffen von Gaudí und rund 17 Hektar groß. Viel Platz zum Wandern und, mega cool, ein absoluter beeindruckender Sicht auf die Stadt. Überall lungerten Tauben rum, die sich langsam einen Platz zum Schlafen suchten und Papageien flogen von Palme zu Palme.

Schleichwege, Gebüsch, Ruinen

Wir haben hier die Touri-Spots im Park und auch sonst in der Stadt außen vor gelassen. Für die Aussicht zu bezahlen ist nicht nötig, von fast überall gibt es einen Blick auf die Stadt und drüber hinweg Richtung Meer. Stattdessen suchten wir uns ein paar Schleichwege, unter Torbögen durch, Treppen rauf und runter, durchs Gebüsch.

Bei unseren Ausflügen in Städte haben wir gelernt, dass wir hier nicht aufs Wandern verzichten müssen. In vielen gibt es groß angelegte, halbwegs wilde Parks, das war schon früher in Dortmund so mit der Bolmke oder dem Fredenbaumpark.

Ein paar Stunden ins Grüne

In Split spazierten wir auf den Marjan, einen Berg am Stadtrand, bewaldet mit Blick auf Stadt, Meer und Inseln, mit Einkehr und Ruinen. In Ljubljana wanderten wir im Tivoli, dem großen Stadtpark am Rande der City. Es gibt viel öfter Wander-Hotspots in Städten, als die meisten denken.

Klar, es bleibt was ganz Anderes, als eine Tour in den Alpen, in einem Mittelgebirge oder in den Pyrenäen zu machen. Aber wer für ein paar Stunden raus will, der sollte die grüne Lunge einer Stadt erkunden.

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