Wandern in Spanien Teil 2.1: Wunderschöne, wilde Pyrenäen

Endlich wieder „richtige“ Berge! Nach unserem Abstecher in den trockenen Süden und ans Meer zieht es uns unwiderstehlich wieder in alpinere Gefilde. Wir folgen dem Rat unserer Freunde aus Spanien und fahren in den  Norden. in den Nationalpark Ordesa y Monte Perdido. Und meine Fresse, was tun wir gut daran, auf den Rat zu hören.

Wie der Grand Canyon soll das Tal aussehen, das wir uns unbedingt ansehen sollten. Nur mit Bäumen und Wald und viel Grün, keine rote Ödnis. Da liegt die Messlatte hoch. Doch der Nationalpark – zumindest der Teil, den wir vor uns haben – nimmt sie auch schon ohne den Canyon mit Leichtigkeit.

Nach der teils wüstenähnlichen Landschaft Spaniens werden wir regelrecht erschlagen von den Laub- und Tannenwäldern der Pyrenäen. Überall rauscht wieder Wasser in Flüssen und in Fällen die Felsen hinab.

Viele, wenn nicht die meisten Besucher des Parks besuchen das Valle de Ordesa, ein lang gestrecktes Tal, an dessen Ende der Cola de Caballo liegt, der Pferdeschwanz. Über Felsen stürzt hier ein beeindruckender Wasserfall in die Tiefe.

Einfach mal anders machen als alle anderen

Dieses Tal besuchen wir nicht. Denn in das Tal gelangt nur zu Fuß oder mit dem Bus. Beides kommt nicht in Frage. Der Weg von Torla, dem Ausgangspunkt der meisten Besucher dort und wo wir unser Lager aufschlagen, in das Tal ist schon acht Kilometer lang. Mit dem Rückweg wäre allein der Weg zum Startpunkt eine stramme, tagesfüllende Wanderung.

Der Bus ist keine Option für uns, weil Hunde dort zwar mitgenommen dürfen, allerdings nur in Boxen, allein im dunklen Laderaum. Da Mio solche Boxen nicht kennt, nicht dran gewöhnt ist, verzichten wir darauf, um ihm ein möglicherweise traumatisches Boxen-Erlebnis zu ersparen. An solch eine Box werden wir ihn bald in Ruhe gewöhnen, dann sind auch solche Ausflüge kein Problem.

Naturschutz = keine Privatautos

Mit dem Auto selbst fahren geht auch nicht: Glücklicherweise dürfen Privatleute zur Touristensaison nicht eigenständig in den Park fahren.

Doch auch wenn wir auf die von den meisten Leuten dort besuchte Sehenswürdigkeit verzichten, wollten wir dennoch wandern. Also suchen wir uns Routen, bei denen wir einfach von unserem Campingplatz aus loslaufen konnten.

Guten Morgen in den Pyrenäen im Tal des Rio Ara!

Der erste Tag am Rande des Ordesa-Nationalparks:

Am ersten Tag hier wollen wir eigentlich hoch auf den Berg hinterm Platz laufen, 1.000 Höhenmeter, 17,5 Kilometer Länge. Aber leider hat Mio eine dicke Pfote. Die müssen wir erst mal verarzten. Auch wenn es nach ein bisschen rumlaufen gleich besser wird, entscheiden wir uns für die kürzere Tour.

Wir wandern von Torla aus nach Broto, einem niedlichen, touristischen Dörfchen gleich nebenan. Hier trinken wir Kaffee und stapfen durch den Ort zum ehrlich beeindruckenden Cascada de Sorrosal. Hier seilen sich zu unserem Schaulustigen-Glück gerade zwei Canyoer den Wasserfall hinab und wir bleiben und staunen.

Dann müssen wir langsam mal weiter. Wir wollen noch nach Fragen, was etwas höher liegt und von wo aus der Weg in einem Bogen auch wieder nach Torla führen soll. Aber erst mal den Weg finden. Der erste, der, den wir eigentlich nehmen wollen, entpuppt sich als Klettersteig. Für Wanderer ist das Tal mit dem Cascada de Sorrosal eine Sackgasse.  Es wird offenbar Zeit, dass wir uns das Klettersteigen beibringen und wir eine Tragemöglichkeit für Mio schaffen. (Wir halten euch auf dem Laufenden.) Der zweite Weg entpuppt sich als Sumpf, später biegen wir nicht rechtzeitig ab und landen fast in einem kleinen Fluss.

Die Pfade nach Fragen sind nicht easy zu finden, dafür aber wildromantisch. Oben gibt’s eine eiskalte Quelle – viel mehr allerdings auch nicht. Wir machen, dass wir weiterkommen, durch den Wald bis auf eine Lichtung, von der aus wir auf Fragen, Broto und Torla gucken können. Hier machen wir Pause.

Später in Torla essen wir noch ein Eis, bei der absolut besten Eisdiele, die ich je gesehen habe. Zwei Hippies kreieren hier in einem fliederfarbenen alten Bus von der Platte aufgerollte Eisröllchen. Geschmackssorten: Alles, was ihr euch nur vorstellen könnt. Wir haben Zimt-Kurkuma und Mojito probiert und Zimt-Milchreis genommen. Mixen darf hier aber jeder alles, alles, was auf der Karte steht.

Die Tour:

Ob das Valle de Ordesa dem Vergleich mit dem Grand Canyon standhält, lest ihr ganz bald in Teil 2.2 unseres Spanien-Berichts!

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