Wandern in Spanien: Trockener Süden, grüne Pyrenäen

Veröffentlicht von Fee am

Zum ersten Mal waren wir in Spanien wandern. Wie felsig es dort ist, war uns vorher gar nicht klar. Aber sowohl an der Costa Blanca als auch in den Pyrenäen im Norden fanden wir Berge zum Kraxeln und Besteigen. In Teil 1 geht’s um die Mittelmeerküste.

Als wir auf dem Weg nach Süden über die französisch-spanische Grenze fuhren, ragten links und rechts Gipfel der Pyrenäen auf. Felsig, rötlich, mit kleinen Bergdörfern an Hängen voller wildem Gestrüpp.

Sehnsucht nach den Alpen

Ich fand alles recht trist, die Erde ist trocken, nur mit Sträuchern und Pinien bewachsen. Mir fehlte was und schnell bekam ich Sehnsucht nach den saftig-grünen Hügeln der Alpen.

Rotbraune Klippen auf dem Weg zur Cova Tallada

Wir hielten zwei Nächte auf einem Campingplatz bei Barcelona, sahen uns die Stadt an und wanderten durch den Park Güell. Danach fuhren wir weiter nach Süden, immer durch rötlich schimmernde Felsen, links das Meer, rechts noch mehr Berge. Wir hatten ja keine Ahnung, wie bergig Spanien ist.

Von der Höhle am Meer auf den Felsen

Das eigentliche Ziel unseres Roadtrips war Jalón/Xaló, ein kleiner Bergort nahe Dénia, etwa eine halbe Stunde vom Mittelmeer entfernt. Dort wanderten wir an unserem zweiten Tag hinunter zur Cova Tallada, einer Höhle direkt am Meer. Das Wasser spült hier den Stein aus, rutschige Felsen führen zu dem mystischen Ort.

Blick aus der Höhle aufs Wasser
Mio und ich sind schon fast oben.

Von hier unten aus gibt es zwei Möglichkeiten: Den gleichen Weg über die ausgelatschten Felsenstufen zurück oder hinauf kraxeln auf den Berg über der Höhle. Da der Weg hin durch die vielen Besucher recht mühsam war, entschieden wir uns für den Weg nach oben.

Nicht minder mühsam, aber anders. An Vorsprüngen im Stein zogen wir uns nach oben, den grandiosen Blick aufs Meer immer im Rücken. Wegen der Aussicht pausierten wir ein-, zweimal, dann waren wir oben. Hier ging es zunächst eben weiter, wir kehrten ein, drehten dann ab Richtung Geisterstadt – einer verlassenen Neubausiedlung, die aufgrund von Korruption und Ämterwechseln nie fertiggestellt wurde. Gut so, denn sie liegt im Naturschutzgebiet.

Kraxeln am Peñón

Zwei Tage später fuhren wir bis nach Calp. Hier kraxelten wir auf den Peñón, einen Felsen, der als Halbinsel ins Mittelmeer ragt. Der Ausblick ist einfach genial.

Leider war der Aufstieg auf den Gipfel zumindest für mich so schwierig, dass ich mich mehr hierauf konzentrieren musste und die Sicht aufs Meer immer nur pausierend genießen konnte. Dafür gab’s oben die Entschädigung.

Obwohl beide Touren super beeindruckend waren, fühlte ich mich in den Pyrenäen im Norden Spaniens doch wohler. Hier sind die Wiesen grün, es gibt Laubwälder und nicht nur Pinien, Bäche fließen, zwischen den Gipfel liegen Bergseen, Wasserfälle rauschen.

In Teil 2 geht’s ums Wandern in diesem Teil des Landes.

Die Tour zum Nachwandern

Wandern zwischen rotem Fels ohne Meer

Auch bei Jalón selbst lohnt es sich, die Wanderschuhe anzuziehen. Tim ist einen Nachmittag mit Mio losgezogen, um die Berge und eine Burgruine rund um den Wohnort unserer Freunde zu entdecken. 

Oben angekommen machte ihm jedoch ein Gewitter einen Strich durch diese Pläne. Mit dem ziemlich verängstigtem Hund auf dem Arm eilte er also die kleinen Bergpfade wieder herunter in den Ort.

Bis dahin war der Weg jedoch ziemlich beeindruckend zwischen Pinienwäldern und Felsen. Man muss nur aufpassen, den Weg nicht aus den Augen zu verlieren. Stellenweise ist die weiß-gelbe Kennzeichnung lückenhaft und viele kleine Trampelpfade, unter anderem von vielen Wachteljägern, verleiten dazu, den eigentlichen Wanderweg zu verlassen.

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1 Kommentar

Thymian sammeln und Feigen naschen: Wandern an der Ardèche | #schratundfee · 28. September 2018 um 1:23 am

[…] Riesige Wandertouren haben wir bei unserem Roadtrip-Halt auf dem Weg nach Spanien nicht gemacht. Mit Temperaturen um die 30 Grad und prallem Sonnenschein haben wir es ruhig angehen […]

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