Im Schwarzwald kraxeln wie in den Alpen – der Karlsruher Grat

Geschafft! Endlich haben wir eine Wanderung über den Karlsruher Grat gemacht. Als Wahl-Karlsruher stand er als Pflicht-Programm schon lange auf der To-Do-Liste. Auch wenn ich auf diesem Klettersteig zunächst Bedenken hatte wegen Mio.

Der Wald auf dem Weg zum Edelfrauengrab

„Der einzige Klettersteig im Nordschwarzwald“ – so wird der Karlsruher Grat beschrieben. Er ist keine Via Ferrata mit Leitern, Stahlseil-Sicherungen und Metallsprossen im Fels. Aber eine Wanderung dort ist anspruchsvoller als ein einfacher Wanderweg. Für uns ist es der erste Klettersteig mit angekündigter großer Kraxelei.

Entsprechend hatte ich ein klein wenig Sorge, ob wir diesen Weg mit Mio schaffen. Wir selbst steigen beim Aufbruch in unsere Wanderschuhe mit griffigem Profil, Mio ziehen wir sein stabiles Geschirr über, an dem wir ihn auch mal ein kleines Stückchen heben oder tragen können.

Kastanien und das Grab der Edelfrau

Mio im Edelfrauengrab

Mit dem Startpunkt in dem Schwarzwaldörtchen Ottenhöfen (mit Bahnhof, Anreise per Bahn ist also möglich) geht es allerdings wenig klettersteigig los. Durch ein Wohngebiet führt der Weg hinauf in den Wald, über den ersten Berg und hinab zum Edelfrauengrab mitsamt Wasserfall.

Dort angekommen erfahren wir die grausame Sage rund um das Rittergeschlecht von Bosenstein, deren einstiges Heim, die Burg Bosenstein, in Ruinen ganz in der Nähe liegt. 

Und was für ein Weg das ist, vor allem jetzt im Herbst. Nebel hängt noch zwischen den Tannen, die Sonne taucht alles in goldenes Licht, Esskastanien fallen raschelnd von den Bäumen und warten darauf, eingesammelt zu werden. Über den Berg wartet ein Bierbrunnen auf uns, doch beim anschließenden Abstieg stört das Getöse eines Steinbruchs die Waldidylle. Wandert man am Wochenende, dürfte das jedoch ausbleiben. Außerdem versetzt einen der Anblick der Steinbruch-Anlage irgendwie in den Wilden Westen.

Rauf zum Grat

Mio wartet, nachdem er wieselflink über den Fels geklettert ist.

Anschließend geht es konsequent bergauf, am Herrenschrofen vorbei, stetig aufwärts, bis wir am Karlsruher Grat ankommen. Wir müssen uns entscheiden: Wir können klettern oder aber auch auf einem Wanderweg den Grat umgehen. Wir entschließen uns fürs Klettern. Griff für Griff und Tritt für Tritt kraxeln wir über den schroffen Fels. Doch das trockene Gestein bietet guten Halt, es macht Spaß dort zu klettern. 

Auch mit Mio klappt es gut. Er gehorcht, wartet unten, wenn ich noch über einen Fels klettern muss. Nur an manchen Stellen ist er doch etwas kurz und braucht etwas Hilfe beim Überwinden einer hohen Stufe. Mit dem richtigen Geschirr und Lob ist das aber auch kein Problem.

Viele schwierigere Passagen werden außerdem inzwischen von ausgetreten Trampelpfaden umrundet. Mit diesem Ausweg im Hinterkopf klettert es sich gleich unbeschwerter. 

Und wieder runter

Der Weg zurück nach Ottenhöfen ist abwechslungsreich. Anfangs durch den Wald, später über eine Bergalm geht es zum Brennte Schrofen, einem steilen hohen Fels und großartigem Aussichtspunkt. Bei schlechtem Wetter bietet eine große Schutzhütte dort Unterschlupf.

Der weitere Weg führt zwischen Weiden und entlang des Waldes zurück in den Ort. Leider viel über Asphalt, was bei nachlassender Konzentration ab Kilometer zehn aber gar nicht soooo übel ist. Zudem vermuten wir, dass das derzeit nicht der eigentliche Genießerpfad ist, sondern eine Umgehungsstrecke. Mehrfach haben wir Wegschilder gesehen, an denen von einer Umgehung aufgrund von längerfristigen Forstarbeiten die Rede ist.

Fazit

Wenn ihr die Chance habt, besucht den Karlsruher Grat. Der Genießerpfad ist wunderbar abwechslungsreich und lässt sich hier und da auch verkürzen. Kein Wunder, dass wir fast genau diesen Weg bereits in einem Wanderführer aus dem Jahr 1970 gefunden haben. (Mehr dazu lest ihr bald im Blog!) 

Der Grat selbst lässt sich auch mit Kindern begehen, wir haben dort oben auch zwei Familien mit Kindern getroffen. Auch mit Hunden geht es relativ problemlos, allerdings sollten sie gut gehorchen, beweglich sein und Freude am Springen, Klettern und Hüpfen haben.

Die Tour zum Nachwandern

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