Spanien Teil 2.2: Der Grand Canyon der Pyrenäen

Zwei Wandertage hatten wir in den wilden und grünen Pyrenäen. Zwei Tage, an denen wir den Nationalpark Ordesa y Monte Perdido zwar nur streiften, er uns aber trotzdem mit seinen Aussichten überwältigte. Etwa von den Miradores del Molar aus.

An der Emerita Santa Ana gibt es diese grüne Wiese – und dort leben Murmeltiere! Viel niedriger als man sie erwarten würde.

Für den zweiten Tag hatten wir uns etwas mehr vorgenommen als für den ersten. Waren wir am Tag zuvor noch recht niedrig geblieben, wollten wir jetzt hoch hinauf. Direkt vom Campingplatz ging es hinauf auf den Berg.

Hinauf, hinauf, hinauf, quasi ohne Pause Höhenmeter. Unser Ziel, die Miradores del Molar, liegen fast ganz oben. Die Aussicht auf die Backenzähne bedeutet das, die Backenzähne heißen die Berggipfel am Tor zum Valle d’Ordesa. Und ja, mit ein bisschen Fantasie sehen sie tatsächlich so aus, etwas gelblich, oben abgeflacht, so zermalmen sie den knallblauen Himmel überm Nationalpark.

Zwischen ihnen hindurch führt die Straße, die einzige Straße in das Tal. Die, die in den Sommermonaten und bis hinein in Frühjahr und Herbst nur Busse befahren dürfen. Sie bringen die Touristen rein und raus, damit nicht alles voller Autos ist. Super Sache, für uns aber nicht geeignet, weil Mio im Kofferbereich des Busses hätte bleiben müssen.

So konnte Mio mitlaufen, die meiste Zeit vorneweg, so, wie er das am liebsten macht. Schon an der ersten Pause, an der Ermita Santa Ana, lag er aber platt im Gras. Es war so heiß!

Ganz schön heiß für September!

Diese Tour hat uns wirklich vor allem Schweiß beschert – und immer erst danach die tollen Aussichten. Aber auch schon an der Ermita, einer kleinen Einsiedelei, heutzutage unbewohnt, hielten wir kurz inne und genossen den Blick auf Torla. Etwas weiter oben kam die erste Mirador, die erste Aussicht. Der Rio Ara, Torla, Broto, Fragen – all die Orte, die wir am Vortag besucht hatten, konnten wir jetzt von oben sehen.

Mehr als 1.000 Höhenmeter machten wir bei dieser Wanderung, an einem echt heißen Septembertag. Meistens haben wir so 500 bis 700 Höhenmeter, da war das schon was anderes. Und oben dann die Gewissheit: Das hier war der Grand Canyon Spaniens. Der Vergleich passt! 

Adler da, Menschen weit weg

Das Valle d’Ordesa ist eine schmale Schlucht, ein Fluss windet sich und besagte Straße, dann kommen links und rechts schon die steilen Bergflanken der Backenzähne. Wir konnten von oben einen der vielen Wasserfälle rauschen hören. Ein Adler schrie über uns, die Menschen unten waren weit, weit weg.

Es war die perfekte Alternative zur Bustour, die alle machen. Wer Lust auf Höhe und Ausblick hat und auf Touri-Hotspots verzichten kann, der ist hier oben richtig.

Wie der Grand Canyon, nur mit deutlich mehr Bäumen.

Die Tour zum Nachwandern: