Herbstwandern im Schwarzwald – worauf ihr achten solltet

Mottet die Wanderschuhe nicht ein! Auch im Herbst ist Wandern wunderbar – und das nicht nur an den goldenen Herbsttagen. Bei diesigem Wetter, Niesel und Nebel entfalten manche Orte wie der Schwarzwald erst ihren ganzen Zauber. Doch um den zu genießen, sollte man ein paar Dinge bedenken.

So schön der Schwarzwald im Frühjahr und Sommer auch ist: Erst wenn der dicke Hochnebel an den Bergen hängt, man kaum 100 Meter weit zwischen den schwarzen Tannen sehen kann und jeder Schritt durch die dicke Laubschicht gedämpft wird, erst dann fährt der Schwarzwald mit seiner ganz eigenen Schönheit groß auf. 

Bei Sonnenschein, mit saftigem Grün und Panorama-Aussichten umwerfend sein kann jede Landschaft. Wanderer bei trüber Nebelsuppe und Temperaturen knapp über Null verzaubern – da braucht es ein bisschen mehr. Die dunklen Nadelwälder, durchzogen von Felsen, Tropfen an tiefhängenden Ästen und Nebelschwaden: Die Kulisse jeder Geschichte von Poe ist nichts dagegen. Das sind die Wälder, die Menschen zu Sagen, Märchen und Legenden inspiriert haben. Was auch ein bisschen gruselig ist, doch dazu später mehr. 

Um all das beim wandern auch genießen zu können, sollte man aber ein paar Dinge bedenken:

Die Kleidung

Zwei, drei Gedanken sollte man vor jeder Wanderung eh an seine Garderobe verschwenden. Sie sollte vor Wind und Feuchtigkeit schützen, dabei aber möglichst atmungsaktiv sein. Etwas schwitzen werdet ihr schließlich auch bei niedrigen Temperaturen, wenn ihr die Schwarzwald-Berge rauf und runter steigt.

Packt noch eine Jacke oder ein Fleece für die Pausen ein, damit ihr nicht auskühlt. Wenn viel oder starker Regen angekündigt ist, überlegt einen Satz Wechselkleidung in einem wasserdichten Sack oder Beutel einzupacken, damit ihr nicht durchnässt die Heimfahrt antreten müsst.

Der Proviant

Es ist kein Muss, aber dafür umso mehr ein Genuss: eine Thermoskanne mit heißem Wasser, Kaffee oder Tee. Das ist zwar relativ schwer im Rucksack, aber wenn ihr, an einen nebelfeuchten Fels gelehnt, der Blick in den finster-schönen Wald gerichtet eure Hände an einem dampfenden Becher Tee wärmt, ist es das wert.

Auch eine wärmende Suppe lässt sich in einer Thermosflasche gut mitnehmen und aus dem Becher schlürfen. Ansonsten sollte der Proviant üblich nahrhaft seinoder ihr kehrt einfach ein, genießt regionale Köstlichkeiten und wärmt euch im Trockenen auf.

Der Weg

Wo endet der Weg? Das Laub macht alles eins.

Richtet euch auf rutschige und matschige Wege ein. Selbst wenn es einige Tage lang nicht geregnet haben sollte: Auf dem Waldboden hält sich die Feuchtigkeit, das Laub macht das Laufen noch rutschiger. Außerdem verbirgt die Laubschicht Stolpersteine und Umknick-Fallen wie Löcher im Boden. Passt also auf, wohin ihr tretet. 

Zudem müssen Wanderer im Herbst an vielen Stellen etwas genauer aufpassen, wo der Weg überhaupt verläuft. Die Wege im Schwarzwald sind fast ausnahmslos gut gekennzeichnet und zwischen den Bäumen sind die Pfade und Trittspuren deutlich zu erkennen. Wenn der gesamte Waldboden jedoch mit bunten Blättern bedeckt ist, verschwinden auch breite Wanderpfade. Haltet euch an die Wegbeschilderungen und/oder benutzt eine GPS-basierte Navigation.

Die Begleitung

In Begleitung wandern macht generell mehr Spaß als allein, finde ich. Doch bei einer Wanderung durch den neblig-düsteren Schwarzwald sind Begleiter noch eine Spur schöner. Vielleicht bin ich etwas zartbesaitet und habe den ein oder anderen Horrorfilm zu viel gesehen: Aber allein in dieser Gothic-Novel-Kulisse ist es doch ein bisschen unheimlich.

Bei der letzten kleinen Tour, bei der die Bilder dieses Artikels entstanden sind, war ich allein mit Mio im Wald. Und so weit abseits der Haupt-Wandersaison sind sehr wenige Menschen auf den Wanderwegen unterwegs. So waren der Hund und ich ziemlich auf uns gestellt. Mit dem steten leisen Tropfen des kondensierten Nebels von den Ästen. Hier und da ein Rascheln im Laub. Das Knacken eines zertretenen Astes. Ja, ein bisschen gruselig fand ich das schon. Aber irgendwie auch schön. So wie einen guten Gruselfilm anschauen halt. Doch auch das muss man mögen.

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