Die richtige Pflege für Wanderschuhe

Ein anständiger Wanderschuh ist eine große Investition – für die Füße, den Geh-Apparat, den Wanderspaß und vor allem auch finanziell. Damit die Freude an den Schuhen lange währt, müssen sie aber anständig gepflegt werden.

Die gängigsten Wanderschuhe – seien sie nun Halbschuhe, knöchelhoch oder ausgewachsene Stiefel – sind entweder aus Leder oder aus einem Leder/Textil-Mix. Vor allem das Leder braucht regelmäßige Pflege. Da meine Wanderschuhe bislang immer aber aus einem Materialmix bestanden, beschränken sich meine Erfahrungen vorrangig auch auf diese. Die wiederum haben acht Jahre bei wenig Belastung und inzwischen zwei Jahre mit vielen Kilometern hinter sich und machen sich noch gut.

Das Wissen um meine Schuhe ist mir natürlich nicht einfach zugeflogen. Manches erschließt sich mit etwas nachdenken, anderes wissen die Fachhändler, in meinem Fall das Basislager in Karlsruhe. Die Menschen dort beraten umfassend und auch über den Verkauf hinaus. (Besucht sie mal, online oder besser noch persönlich. Es lohnt sich.) Damit man lange Freude an Wanderschuhen hat, ist vieles schnell erledigt und erfordert nicht viel Zutun. Manches macht ein wenig Arbeit.

Was man ständig oder regelmäßig tun sollte:

Nach jeder Tour, ob der Schuh nun „nur“ vom Schweiß innen nass geworden ist oder auch von außen, solltet ihr ihm Gelegenheit zum Trocknen geben. Dabei bitte unbedingt beachten:

  • Die Schuhe sollten langsam trocknen, also stellt sie nicht an die Heizung oder in die pralle Sonne. Das macht Leder wie auch Textilien spröde und rissig. Zudem können sich die Schuhe als Ganzes dadurch verziehen.
  • Wenn sie richtig nass sind, könnt ihr sie mit Zeitungspapier ausstopfen. Wichtig ist aber, dass ihr das durchnässte Papier rasch rausnehmt beziehungsweise durch trockenes tauscht.
  • Einlegesohlen herausnehmen und außerhalb des Schuhs trocknen. Dann muffen sie auch nicht so schnell.
  • Die Schuhe solltet ihr an einem trockenen Ort lagern, wenn vorhanden auch mit Schuhspannern.

Wenn die Innensohle nach vielen Kilometern durchgelatscht ist, lohnt sich eventuell auch mal der Kauf eines neuen Paars. Das sorgt für ein frisches Laufgefühl, es müssen nicht gleich neue Schuhe sein.

Etwas Pflege brauchen Schuhe, damit die Füße auch in solchen Situationen trocken bleiben.

Was ihr hin und wieder tun solltet:

Leder braucht Fett und Nährstoffe, sonst wird es trocken, hart und brüchig – und dann ist der Schuh hin. Zumindest ist er nicht mehr wetter- und wasserfest. Damit die Schuhe dauerhaft in Form und wetterfest bleiben, braucht es noch etwas mehr als das anständige Trocknen.

  • Die Schuhe putzen. Ganz einfach. Einlegesohlen und Schnürsenkel rausnehmen und den Schuh mit einer Brüste, vielleicht etwas Wasser, sauber machen.
  • Das Innenfutter kann mit klarem Wasser geputzt werden. Nehmt kein Reinigungsmittel, beim nächsten schwitzigen Marsch schäumt es euch sonst aus den Schuhen.
  • Schnürsenkel und Einlegesohlen kann man einfach abbürsten.
  • Anschließend, wenn die Schuhe trocken sind, solltet ihr die Lederpflege auftragen, sei es flüssig, als Wachs oder Fett. Alles schön trocknen lassen und überschüssiges Wachs und Fett abbürsten.
  • Damit der Stil von Wildleder erhalten bleibt, könnt ihr das Leder mit einer feinen Drahtbürste aufrauen. Mit Lederpflegespray erübrigt sich das.
  • Den Schuh als Ganzes solltet ihr anschließend – wenn sie wirklich trocken sind – imprägnieren. Einfach aufsprühen und wieder trockenen lassen. Es gibt gute Sprays, die sich sowohl für Leder als auch Textil-Materialien eignen.

Und was ist mit Gore-Tex?

Viele leichte Schuhe, etwa Trail-Running-Schuhe, die auch super für Wandertouren mit leichtem oder ohne Gepäck sind, bestehen zu großen Teilen aus Gore-Tex oder ähnlichem. Damit dieses Material wasserdicht und dabei atmungsaktiv bleibt, muss es regelmäßig von Schmutz, Schweiß und Schmocke gereinigt werden. All das verstopft die Membran. Imprägnierungen lassen sich mit Spray wieder auffrischen.

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