Italienische Touristen-Region verbietet Flipflops auf Wanderwegen

Tausende Touristen schieben sich Tag für Tag über die Wanderwege in der italienischen Urlaubsregion Cinque Terre. Und viele von ihnen müssen gerettet werden. Denn sie unterschätzen den Weg, watscheln mit Flipflops über den felsigen Steig und verletzen sich. Nun will die Region die Latschen auf den Wanderwegen verbieten und droht mit Geldstrafen – richtig so!

Wer sich in die Natur begibt, wandert und entdeckt, muss sich darum kümmern, entsprechend gekleidet und ausgerüstet zu sein. Für die meisten Outdoor-Freunde da draußen ist das selbstverständlich.

Für viele Touristen in Italien offenbar aber nicht. In der Steilküstenregion Cinque Terre drohen daher Geldstrafen für Menschen, die sich ohne entsprechende Schuhe auf die Wanderwege begeben. Ein besonders malerischer Weg verbindet dort mehrere Dörfer, der Reiz der Gegend ist unbestreitbar. Zu meiner Schulzeit war ich bereits einmal dort, leider wusste ich solch ein Reiseziel damals noch nicht ausreichend zu würdigen.

Eines der Dörfer in Cinque Terre. Bild: Jacob Wixom bei Unsplash

Es müssen ja nicht gleich Bergstiefel sein

Doch dieser Weg ist felsig und erfordert zwar nicht unbedingt schwere Wanderstiefel, aber zumindest fest geschnürte Sportschuhe. Das hindert viele Touristen nicht daran, sich mit Badelatschen und Flipflops auf die Wege zu begeben. Die Folge: Sie verletzten sich und müssen kostspielig und aufwendig gerettet werden.

Damit das ein Ende hat, drohen Besuchern in Flipflops bald Geldstrafen – zwischen 50 und 2.500 Euro. In der jetzt anstehenden Urlaubssaison soll das Verbot noch nicht greifen, aber die Touristen sollen schon umfassend aufgeklärt werden.

Manchmal hilft offenbar nur ein Verbot

Auch wenn ich eigentlich kein Freund von Verboten bin – diese Entscheidung ist richtig. Wer sich so offensichtlich fahrlässig verhält, muss von einer Autorität daran gehindert werden. Ich habe schon häufiger davon gelesen, dass auch in den Bergen, in den Alpen, Leute mit Latschen auf steilen, ausgesetzten und felsigen Pfaden unterwegs sind.

Leute, macht das nicht, ihr bringt euch in Gefahr und setzt eure Retter einem unnötigen Risiko aus – denn bei jedem Einsatz besteht dieses für die Helfer. Und während sie dem verletzten Latschenträger helfen, können sie an anderer Stelle nicht im Einsatz sein.

Klar, wir verstehen den Reiz, mit einem Schiff entlegene oder schöne Städte wie Venedig zu besuchen, die andere Perspektive vom Meer und alles. Aber wir müssen uns doch auch damit auseinander setzen, was wir damit unterstützen und anrichten. Bild: Vidar Nordli-Mathisen bei Unsplash

Ich habe da auch einen Verdacht, wessen Fahrlässigkeit mit dem Verbot Einhalt geboten werden soll: Im nahe gelegenen La Spezia gehen täglich scharenweise Kreuzfahrttouristen von Bord und erkunden die Gegend. Und wer sich als Urlauber schon für eine Kreuzfahrt entscheidet, sollte sein Reiseverhalten meiner Meinung nach arg überdenken.

Kreuzfahrten blasen ohne Ende Schadstoffe in die Luft und in die Meere, stören Meeresbewohner und Hafenstädte – und dann bringen sie den angelaufenen Touristenstädten nicht mal was, denn die Schiffspassagiere lassen in der Regel kaum bis gar kein Geld in den Städten und der Region. Denn essen und schlafen tun sie an Bord. Wenn wir schon überlegen, ob wir mit Blick auf Nachhaltigkeit, Umwelt, Klima und die Menschen in den besuchten Gegenden anders reisen müssen, so sollten Kreuzfahrttouristen vor Schamesröte leuchten.


Das Titelbild ist von Dhruv Deshmukh bei Unsplash.