Schrat allein im Wald – das erste mal Trekking in der Pfalz

Ruhe, mitten in der Natur und alles im Rucksack, was man zum Leben braucht: Ich bin großer Fan von Trekking. Und das geht auch wunderbar bei uns ums Eck. In der Pfalz gibt es super Trekkingplätze. Einen davon habe ich Anfang April besucht.

Auch für „nur“ eine Nacht kommt eine Menge Kram zusammen.
Auch für „nur“ eine Nacht kommt eine Menge Kram zusammen.

Ganz allein, mitten im Wald, eine Nacht lang: Ein bisschen mulmig im Bauch ist mir bei diesem Gedanken schon, als ich den Rucksack für meine erste Trekking-Tour packe. Es ist nicht das erste Mal, das ich in einem Zelt in der Quasi-Wildnis übernachte, das haben Christoph und ich auch auf dem West Highland Way bereits getan. Aber zum ersten Mal werde ich dabei allein sein, im Wald, etwa drei Kilometer bis zu den nächsten Wohnhäusern. Aber gespannt bin ich auch, während der Rucksack Kilo um Kilo schwerer wird, und mir klar wird, dass Trekking mit mindestens einer weiteren Person schon deshalb mehr Freude macht, weil man die ganze Ausrüstung nicht allein schleppen muss.

Ausgesucht habe ich mir das Trekking-Camp 2 bei Vorderweidenthal. 15 solcher Plätze haben die Tourismusverbände in der Pfalz eingerichtet und pflegen sie. Eigentlich habe ich vor, noch eine zweite Nacht im Wald zu verbringen, auf Platz 3 bei Annweiler am Trifels. Doch der Wetterbericht für den zweiten Tag sieht alles andere als einladend aus: Dauerregen und Tagestemperaturen von neun Grad. Schönes Zelt-Wetter ist was anderes.

Letzte Besorgungen in Bad Bergzabern

Oben auf dem Liebfrauenberg bei Bad Bergzabern.
Oben auf dem Liebfrauenberg bei Bad Bergzabern.

Am ersten Tourtag laufe ich noch bei strahlendem Sonnenschein los, bin mit Zug und Bus flott in Bad Bergzabern, meinem Ausgangspunkt für die rund 16 Kilometer zum Camp. Im Ort besorge ich mir noch schnell zwei Dosen Bier, mit denen ich mich am Lagerfeuer für die Wanderung und das ganze Unterfangen belohnen möchte.

Die Wanderung an sich ist fordernd, aber Pfalz-typisch bezaubernd. Ich laufe zwischen Weinbergen hinauf, an blühenden Obstbäumen vorbei durch den Wald, in dem nach und nach der Frühling Einzug hält.

Im Dorf Lauterschwann, rund vier Kilometer vor meinem Ziel, kann ich an einem Brunnen noch einmal meine Wasservorräte auffüllen. Das ist auch unbedingt nötig: Denn am Platz und in direkter Nähe gibt es keine Quellen, Brunnen oder Bäche. Deckt euch also mit ausreichend Wasser ein, wenn ihr die Trekkingplätze besucht! Für Kochen, Waschen und natürlich Trinken geht eine Menge Wasser drauf.

Der erste Tourtag

Trekking ist auch Arbeit

Auf den Trekkingplätzen gibt es bis auf eine Feuerstelle und eine Komposttoilette nichts.
Auf den Trekkingplätzen gibt es bis auf eine Feuerstelle und eine Komposttoilette nichts.

Endlich am Camp angekommen ruft die Arbeit: Flott baue ich das Zelt auf, bereite das Nachtlager vor, reinige die Feuerstelle von Laub und sammle Feuerholz. Bei so einem Trekking-Camp gibt es eine Menge zu tun, da kommt auch allein keine Langeweile auf.

Andere Trekker oder Wanderer sind hier an diesem Tag nicht unterwegs. Wahrscheinlich weil es erstens unter der Woche und zweitens erst der zweite Tag der Saison auf den Trekkingplätzen ist. Der schlechte Wetterbericht für den Folgetag tut sicher auch sein übriges.

Der Wald drumherum ist licht, mit wenig Unterholz, daher mache ich mir keine Sorgen, dass der Wald bei Dunkelheit besonders bedrohlich wirken könnte. Doch nach dem Abendessen und mit der rasch eintretenden Dunkelheit kommt der große Haken des Allein-Trekkings ins Spiel: die Langeweile. Ich hätte mir ein Buch mitnehmen sollen. In Ermangelung von Unterhaltung lege ich mich daher früh hin.

Regen am Morgen bereitet Kummer und Sorgen

Kaffee im Wald. 2019.
Kaffee im Wald. 2019.

Die Nacht ist sehr ruhig, nicht ein einziges Mal werde ich von Geraschel oder Getrappel rund um mein Zelt wach. Aber sie ist auch hart: Meine Thermarest-Matte ist doch arg dünn und ich fasse den Entschluss, mir vor der nächsten Trekkingtour eine leichte Luftmatratze zuzulegen.

Noch im Zelt höre ich morgens bereits, wie der Regen auf die Plane prasselt. Das nervt, doch angesichts des Wetterberichts habe ich damit gerechnet. In Regenjacke und -rock (dazu bald ausführlich mehr im Blog!) mache ich mir ein Frühstück bestehend aus Kaffee und Haferbrei – und dann packe ich zusammen. Während ich das klatschnasse Zelt zusammenrolle, entscheide ich mich, keine weitere Nacht zu campen. Dafür ist es mir zu kalt, zu nass, zu ungemütlich. Mein Ziel für den Tag wird daher der Bahnhof in Annweiler am Trifels, etwa 20 Kilometer entfernt.

In der Nacht ist das Wetter umgeschlagen. Nebel und Dauerregen statt Sonnenschein. Dabei sind die Temperaturen um rund zehn Grad gefallen.
In der Nacht ist das Wetter umgeschlagen. Nebel und Dauerregen statt Sonnenschein. Dabei sind die Temperaturen um rund zehn Grad gefallen.

Der Weg ist zwar lang und es regnet unaufhörlich, doch die Strecke ist fast magisch. Dichter Wald, unterbrochen von Weiden und Ausblicken auf den Pfälzer Wald, gespickt mit den typischen Felsformationen der Pfalz. Nebel und Regen verleihen der Natur noch mehr Atmosphäre. Aber als ich endlich nach Annweiler absteige, bin ich doch froh, endlich am Ziel zu sein. Die Schultern schmerzen, die Füße ebenso.

Trotzdem: Noch in der Bahn zurück nach Karlsruhe male ich mir – trotz manch missbilligender Blicke von Mitreisenden angesichts meines nassen und doch recht dreckigen Zustands – bereits aus, wo, wann und wie ich die nächste Trekkingtour unternehme. Vielleicht im Schwarzwald. Denn auch ganz bei uns in der Nähe im Nordschwarzwald gibt es solche Plätze.

Die Route von Tag 2

Schreibt uns!

Habt ihr Tipps fürs Trekking? Oder Fragen zu diesem Unterfangen? Dann schreibt uns doch, in die Kommentare oder auch in unser Hüttenbuch!

Einen neuen Eintrag für das Gästebuch schreiben

 
 
 
 
 
 
 
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Aus Sicherheitsgründen speichern wir die IP-Adresse 3.84.130.252.
Es könnte sein, dass der Eintrag im Gästebuch erst sichtbar ist, nachdem wir ihn geprüft haben.
Wir behalten uns das Recht vor, Einträge zu bearbeiten, zu löschen oder Einträge nicht zu veröffentlichen.
1 Eintrag
Thomas schrieb am 22. August 2018 um 7:41 pm:
Da habt ihr ein paar schöne Touren veröffentlicht! Die Idee mit dem Eiger hat mir besonders gut gefallen da ich gerade selbst eine "byfair means" - Tour plane. (PS: Die Tourkarte wird nicht geladen 😉 ) Gruß, Thomas