Wenn wandern mal nicht so toll ist

Vieles von dem, was wir übers Wandern gelesen haben, klingt paradiesisch schön. Oft ist von wahnsinnig tollen Touren die Rede, mit grandiosen Aussichten und unzähligen Einkehren. Und manchmal ist eine Route viel schwieriger als gedacht. Wir schreiben darüber, warum wandern auch mal weniger toll sein kann.

Unsere allererste gemeinsame Wanderung führte uns direkt in die Irre. Wir waren damals in Norditalien unterwegs, recht hoch auch, ausgerüstet nur mit Schuhen, Broten, Wasser und dem vorherigen Blick ins Handy. Google Maps und Piemont-Websites hatten uns auf die Tour gebracht.

Wir hatten’s auch schon ein paarmal gruselig

Vor Ort fanden wir zwar Wegweiser, doch irgendwann war da halt keiner mehr. Da irrten wir einige Zeit durch die Gegen, bis zwei andere Wandersleute mit Karte uns halfen. Doch auch sie mussten zunächst lange suchen – Weg und Schild waren hinter einer Kuppe verborgen, der Pfad gabelte sich aber schon kurz vorher.

Im Aostatal war’s ernsthaft gefährlich.

Das war eine der weniger schönen Erfahrungen. Genau wie die mit dem Helikopterflug im Aostatal. Und dann war da noch die Trekking-Tour, die eigentlich rund um den Großglockner führen sollte. Aufgrund des winterlichen Wetters im September mussten wir diese sogar ganz abbrechen.

Routen, die einfach nicht hätten sein müssen

Glücklicherweise war es das schon mit den ganz krassen Erfahrungen. Aber immer wieder gibt es so Routen, von denen wir denken: Hätte nicht sein müssen. Kennt ihr das? Ihr plant euch was zurecht, mit Wanderkarten, Reiseführern, Handy, fahrt zum Startpunkt oder lauft einfach los, und nach wenigen Metern ist euch schon langweilig. Oder ihr ärgert euch richtig.

Hübsch, auch bei Regen. Nur leider führte der Weg zurück an der Straße lang.

Wir hatten das zum Beispiel im Schwarzwald und im Pfälzerwald, als Waldwege für mehrere Kilometer die gleichen Waldwege blieben. Oder als wir bei Regen um die Schwarzenbachtalsperre wollten, was sich toll anfühlte, dann aber laut Weg an der Straße zurück sollten.

Dann gibt’s da noch die Strecken, die völlig überlaufen sind. Oder die, die plötzlich immer länger werden. Ob nur gefühlt oder auch in echt, ist dann schon fast egal. Oder die, in denen kuriose Raupen überall von den Bäumen hängen und ein Spinnweben nach dem anderen in unseren Gesichtern landete. Und dann waren da natürlich mehrere Touren mit Kühen, die Mio bisher glücklicherweise ignorierten. Komisch war’s trotzdem.

Zur Sicherheit immer vor Ort nachfragen

Heikel wird’s, wenn die ausgesuchte Wanderroute schwieriger ist als gedacht. Weil die Schwierigkeitsgrade je nach Region und Wanderverein oder Wanderführer variieren können, kann es schon mal Probleme geben. Wer sich verlässlich informieren will, sollte immer die Touristeninformation oder den Wanderverein vor Ort kontaktieren.

Klar ist: Wandern ist nicht immer so super und manchmal auch nicht so sorgenfrei, wie es in Hochglanzmagazinen und oft auch auf Facebook dargestellt wird. Schlimm ist das aber in den wenigsten Fällen: Macht das Beste daraus!

Wenn’s mal nicht so läuft, hilft eine lange Pause, die richtige Entscheidung zu treffen.

Macht was Schönes aus dem Schlechten!

Fragt andere nach dem Weg – vielleicht gibt’s nachher tatsächlich eine tolle neue Bekanntschaft. Macht eine lange Pause, überlegt, ob ihr den Weg weitergehen oder umdrehen wollt. Vielleicht fällt euch ein anderes Highlight in der Nähe ein. Und wenn’s zu schwierig oder zu lang oder beides wird: Habt Mut zum Abbruch. Der kann Leben retten.