Oh wie schön ist Slovenija – vor allem an der Soča

Zwei Jahre nach unserem letzten Besuch war unsere Sehnsucht nach Slowenien schon wieder so groß, dass wir diesen Sommer direkt wieder dort waren. Mit einer Hüttentour, einem längeren Besuch in Bovec und ein paar Tagen an der slowenischen Adria-Küste haben wir nachgeholt, was wir beim letzten Mal versäumt haben. Doch eingestiegen sind wir in unseren Trip mit einem Ort, den wir bereits kannten: Das Tal der Soča.

Auch beim zweiten Besuch hat Slowenien uns wieder auf der Stelle verzaubert. Ab dem Moment, in dem wir oben auf dem slowenisch-italienischen Pass halten und den ersten Blick auf die Gipfel der Julischen Alpen werfen, hat uns Slowenien sofort wieder für sich gefangen. Nach sieben Stunden Autofahrt macht die Pause an dem Pass-Restaurant mit Panorama-Terrasse dreifach Freude.

Camping mit Freunden <3

Abends wird es zwischen den Bergen und nahe des Flusses schnell kalt. Da bekommt Mio schon mal ein Deckchen übergelegt.

Die ersten beiden Nächte verbringen wir mitten im tiefen Soča-Tal, recht nahe bei der Quelle, wo der Fluss noch schmal und die umliegenden Berge nah und hoch sind. Wir campen, was wir eh lieben, und treffen auf dem Platz auch direkt zwei Freunde aus Karlsruhe, neben deren Wohnwagen wir unser Zelt aufschlagen. Und auch wenn die einzige Straße des Tals, die über den Vršičpass oberhalb der Soča in den populären Winter- und Bergsportort Kranjska Gora führt, direkt neben dem Platz verläuft, ist es relativ ruhig. Die Wälder an den Berghängen drum herum schlucken viel Lärm. Wir sitzen mittendrin und fühlen uns angenehm klein zwischen den Bergen, auf denen deutlich und niedrig die Baumgrenze verläuft, darüber schroffer Fels und weite Geröllfelder.

Da wir nur zwei Nächte in diesem Tal und bei den Freunden verweilen, bleibt uns nur Zeit für eine Wanderung: Rauf zur Quelle der Soča laufen wir, um unseren Urlaub vollends einzuläuten. Vom dem Campingplatz unterhalb des Örtchens Trenta führt der Soška Pot – der Sočaweg – immer entlang des Flusses hinauf bis zu seinem Ursprung. Die Bäume entlang des Pfades geben zwischendrin den Blick auf die Berge und den Fluss frei. Der Fluss selbst sorgt für Abkühlung und gibt Mio auch Trinkwasser. Generell ist der Weg angenehm zu gehen, überwiegend auf weichem Waldboden und immer wieder über wackelnde Hängebrücken.

Quellen-Kraxeln

Betrieb an der Quelle

Oben, nach einer kurzen Rast an der Koča pri Izviru Soče, der Hütte an der Quelle, trennen sich unsere Wege kurz: Die letzten Meter bis zur Quelle sind sehr steil, felsig und drahtseilversichert. Hinzu kommen viele Leute, die weder von der Tritttechnik noch von den Schuhen her dort oben sein sollten. Das verzögert den Betrieb, das Warten am Fels hält sich an diesem Tag aber in Grenzen. Mit Mio wollen wir dieses Stück aber lieber nicht gemeinsam gehen, daher kraxele ich allein los. Der Ausblick über den schmalen Fluss hinweg in das darunter liegende Tal – dafür lohnt sich auch Geduld mit Touristen in Flip-Flops, die sich an Drahtseilen entlang hangeln. Und die breite Kluft im Fels lässt erahnen, welche Wassermengen bei Stürmen und nach dem Winter dieses Flussbett hinabrauschen.

Auf dem Weg zurück – ausnahmsweise wählen wir den gleichen Weg, den wir auch hin genommen haben – holt uns dann das Bergwetter ein und es regnet. Manche Passagen auf dem Weg werden etwas rutschiger, wir können ihn aber noch immer sehr gut bewältigen. Doch den schlimmsten Regen sitzen wir dann doch lieber auf der überdachten Terrasse eines Restaurants etwas abseits des Weges an einem anderen Campingplatz aus.

Die Tour im 3D-Video

Da wir den gleichen Weg zurück gewählt haben, deckt unsere Tour nicht einmal die Hälfte des eigentlichen Sočawegs ab. Sonst versuchen wir es zu vermeiden, den gleichen Weg zurück zu gehen. Doch auf diesem Pfad hat es uns überhaupt nichts ausgemacht.

Wer den gesamten Weg gehen möchte, kann in Bovec starten und rund 28 Kilometer den Fluss hinauf laufen oder aber in den Sommermonaten auch mit dem Bus rauf Richtung Quelle fahren und dann hinab in die Stadt zurücklaufen. Andersherum fährt der Bus natürlich auch.

Anreise mit dem Auto

In den deutschen und österreichischen Schulferien sind viele Routen nach Slowenien grauenhaft überfüllt. Sei es der Weg über den Brenner oder durch den Karawankentunnel von Österreich nach Slowenien: Das Radio vermeldet ständig Stundenlange Wartezeiten an diesen Nadelöhren.

Familienfoto am Predil-Pass

Wir sind zum zweiten Mal über einen kleinen unauffälligen Pass über die slowenische Grenze gefahren: Der Predil-Pass (auf slowenisch Predel, auf italienisch Passo di Predil) war immer leer, nur auf Radfahrer müssen Autofahrer – wie an jedem Bergpass – gut aufpassen. Oben gibt es ein kleines Restaurant, auf italienischer Seite wartet der klare Lago di Predil, auf slowenischer Seite der erste Blick auf die Julischen Alpen.

Übernachten

Der Ausblick vom Campingplatz in die Richtung, in der auch die Quelle des Flusses liegt.

Unser Zelt haben wir auf dem Platz Kamp Triglav aufgeschlagen. Der Platz ist schön, mit vereinzelten Bäumen, Sitzgruppen für Durchreisende Wander-Camper mit wenig Equipment und einer sanierten, sauberen Sanitäranlage. Dauercamper gibt es kaum und das Gelände ist auch nicht streng parzelliert, sodass sich ein schön bunter Haufen Zelte, Vans und Caravans bildet. Abends versiegt auch der Verkehr auf der Straße nebenan und es ist ruhig.

Da der Platz im Tal liegt sollten Camper dort aber immer bedenken, dass es trotz Temperaturen von 30 Grad im Sommer schnell schattig und nahe des Flusses auch schnell kühl wird. Packt ruhig eine Decke mehr ein fürs Zelt. Erst nachher habe ich entdeckt, dass es auch offene Feuerstellen für die Camper gibt, ein wärmendes Lagerfeuer ist also auch möglich. Die Preise sind meiner Meinung nach in Ordnung.

Nur etwa 100 Meter entfernt gibt es auch ein Gasthaus, das zumindest nach Angaben einiger Internetnutzer gut und vielfältig sein soll.

Essen & Trinken

Große Ausgehtipps haben wir an dieser Stelle nicht, denn als leidenschaftliche Camper kam das Abendessen natürlich vom Campingkocher, im Freien und mit Freunden. Aber wenn ihr bei einer Wanderung an der Soča mal vom Sturzregen überrascht werden solltet: Das Camp Trenta hat ein kleines Lokal mit einer netten Terrasse vorne dran, die gutes starkes Bier führen, das Körper und Herz wärmt, während es von oben plästert.

Die Einkehr oben der Quelle ist nicht ausgefallen oder auffällig, bietet nach langen Wanderungen aber ausreichend Bier, Erfrischung und süßen Kuchen. Da die Koča pri Izviru Soče auch mit dem Auto erreichbar ist, ist es relativ voll dort. Wer selbst seine Jause noch im Gepäck hat, findet direkt gegenüber einen Picknickplatz mit Bänken und Tischen.

Einkaufen

Trenta hat einen kleinen Supermarkt, der sich seines Seltenheitswerts aber sehr bewusst ist und entsprechend die Preise angezogen hat. Für einen größeren Einkauf lohnt es sich die Soča weiter hinab nach Bovec zu fahren. Fehlende Kleinigkeiten gibt es auch bei einem fahrenden Marktstand des Ladens in Trenta, der sich mit slowenischer Schlagermusik über Außenlautsprecher ankündigt und die Campingplätze ohne eigenen Supermarkt anfährt.

Die Tour – auch zum Download