Unsere ersten Nächte in Sloweniens Bergwelt

Wie sehr wir in Slowenien verliebt sind und wie wunderschön wir es dort finden, das dürften Leser*innen dieses Blogs bereits wissen. Doch unsere erste mehrtägige Wandertour durch die Julischen Alpen Sloweniens hat alles bisher Gesehene noch übertrumpft.

Den Triglav sollte jede*r Slowen*in einmal im Leben bestiegen haben, so heißt es. Da wir im Herzen Slowenien schon eng verbunden sind, wollten wir uns auch auf den Weg zum höchsten Gipfel Sloweniens machen. Allerdings ist dieser Weg beschwerlich, hat Anflüge eines Klettersteigs und auf den Hütten dieser Mehrtagestour sind Hunde nicht erlaubt. Also haben wir uns eine andere Route überlegt: einfach zwei Nächte auf unterschiedlichen Hütten im Triglav-Nationalpark verbringen.

Hunde nur so mittelmäßig willkommen

Aber auch das ist in der Planung gar nicht so leicht: Denn Hunde sind auf den wenigsten Hütten willkommen, es sei immer so voll, für Hunde mit all den möglichen Schwierigkeiten, die Tiere unter vielen Menschen mit sich bringen können, sei da kein Platz. Doch zwei hundefreundliche Hütten gibt es, im und am Tal der sieben Seen, am Fuße des Triglav: die Koča pri Triglavskih jezerih und die Kosijev dom na Vogarju.

Die erste Alm, Planina auf slowenisch, die wir auf unserer Tour entdeckt haben. Mit dabei die erste tierisch abgemähte Wiese, auf der sich Mio erstmal wohlig wälzen konnte.

So haben wir die Tour um diese beiden Hütten herum geplant, lieber mit ein paar Kilometern weniger pro Tag, dafür mit mehr Genuss. Eine gute Entscheidung, denn die Höhenmeter und vor allem die Beschaffenheit der Wege haben es in sich auf diesem Rundweg.

Wir sind dann mal in den Bergen

Wir starten an einem Wanderparkplatz namens Planina Blato. Von dort geht es schnell hinauf und wir lassen die dichten Wälder hinter uns. Die paar Bäume wachsen niedriger, mehrfach überqueren wir Almen, die Planinas, und machen einen Bogen um die Kühe dort. Alle sind bewirtschaftet und wer mag, nimmt sich frischen Käse von dort mit. Wir ersparen uns das zusätzliche Gewicht und stapfen weiter, den ersten Tag fast stetig bergauf, über felsige Wege voller Geröll, die unsere ganze Aufmerksamkeit fordern.

Doch als wir durch ein Törli steigen und unten zwischen den Seen die Hütte sehen, sind die Anstrengungen für einen Moment vergessen – so kitschig es auch klingen mag. Doch wenige Minuten später sind sie auch schon wieder da, die Anstrengungen, denn für den Abstieg zur Hütte dürfen wir erstmal eine Runde kraxeln und queren dann einen Schotterhang.

Sonnenuntergang an der Koča pri Triglavskih jezerih.

Doch als wir dann am frühen Abend an der Hütte ankommen, es uns auf den Bänken bequem machen, ein erstes kühles Bier trinken und auf die wärmende Mahlzeit warten, fühlt es sich einfach nur richtig an. Wir verbringen den ganzen Abend draußen – nicht, weil es so schön ist, es wird ganz schön frisch am Abend –, sondern weil Mio im Gastraum nicht erlaubt ist. Aber gut, dann geht es halt früh ins Bett. Das ist uns auch ganz recht, wollen wir am nächsten Morgen doch zeitig aufstehen und die Morgensonne auf den umliegenden Berggipfeln sehen.

Wörter werden den Gefühlen dort im Gebirge aber gar nicht gerecht. Schaut am besten selbst in die Bilder für einen Eindruck aus dem Gebirge am Triglav. Mit einem Klick auf die kleine Slideshow könnt ihr die Ansicht vergrößern und händisch weiterklicken.

Ein unerwartetes Problem

Auf dem gesamten Weg, vor allem aber an Tag 2, stoßen wir auf ein Problem, das wir bislang so nicht kannten: Ameisen. Die Wälder und Wege sind voll mit riesigen roten Waldameisen. Und darunter zu leiden hat Mio. Denn die Insekten zwicken ihn offenbar sofort, sobald er stehen bleibt. Sofort hüpft er vom Weg und wirft sich ins Gras, um die Ameisen abzuschütteln. Das ist nicht nur nervenaufreibend für ihn, sondern auch für uns.

Zwischen den wilden Wäldern des Triglav-Nationalparks tun sich immer wieder solche Ausblicke auf.

Am zweiten Tag führt der Weg oft steil und unwegsam bergab, wir brauchen unsere Konzentration für unsere Schritte – und müssen dem Hund hin und wieder befehlen stehen zu bleiben, während wir große Felsen hinabkraxeln. Doch die Ameisen machen es Mio quasi unmöglich, still zu sitzen. Immer wieder reißt er an der Leine, als er sich auf die nächste Wiese wirft, und kann natürlich keine Rücksicht darauf nehmen, dass ich gerade am steilen Hang den nächsten konzentrierten Schritt setzen will. Das zehrt an den Nerven und den Kräften. Doch auch mit dieser Komplikation kommen wir zwar etwas entnervt, aber sicher unten an, bei der zweiten Hütte. Wir sind früh dran, und so bleibt es nicht bei einem kühlen Bier nach der Dusche, die nach zwei Tagen mit vielen hundert Höhenmetern in den Bergen auch bitter nötig ist.

Auf der zweiten Seite findet ihr die Touren im Detail mit Streckenverlauf sowie konkrete Tipps für die Übernachtungen, Essen und Anfahrt!