Mehr Spaß beim Wandern im Herbst

Leuchtendes Rot, ein Sonnenstrahl, der durch das Gerippe einer knorrigen Kiefer leuchtet, raschelndes Laub bei jedem Schritt: Im Herbst ist die Wandermotivation oft besonders hoch. Trotzdem könnt ihr eure Tour auf der Spaßskala noch eine Stufe nach oben schieben

Kann ja sein, dass sich mal Regen ankündigt. Oder ihr habt keine Zeit, weit weg zu fahren und euch bleibt nur die schon zig mal gegangene Strecke vor der Haustür. Dann braucht ihr vielleicht den Extraschub Motivation, um loszuwandern.

Typische Beute einer Herbstwanderung im Pfälzerwald. Leider lag der Wein nicht auf dem Waldboden herum.

Wir empfehlen, sammeln zu gehen. Herbstzeit ist Bückzeit, sich bücken nach Rosskastanien zum Basteln oder Esskastanien zum Essen, nach Blättern als Deko oder für kreative Projekte, nach Pilzen, aber bitte den genießbaren.

Wildblumen nicht einfach abpflücken

Ein paar Sachen solltet ihr beachten, wenn ihr etwas aus der Natur mitnehmen wollt. Denn eigentlich gilt, dass Wanderleute nichts in die Natur hinein bringen und nichts aus ihr mitnehmen – bis auf ihre Fuß- oder Schuhspuren. So ist zum Beispiel Blumenpflücken in den Alpen gar keine gute Idee. Das Thema hat auch der Nabu schon mehrfach thematisiert.

Für Wildkräuter in Mittelgebirgen, auf Wald und Wiese gilt das meist nicht und ihr könnt pflücken, was in die Salatschüssel passt. Spezielle Bücher oder geführte Wanderungen zeigen, wie reichhaltig das Angebot aus der Natur hier ist.

Blumen – wie diese Silberdistel – bitte nicht einfach mitnehmen.

Kochen und basteln mit Kastanien

Rumliegende Kastanien und Maronen könnt ihr einsammeln und mitnehmen. Das gleiche gilt für die buntgefärbten Blätter. Basteltipps findet ihr mit und ohne Zahnstocher online, wenn euch selbst keine Tierfiguren mehr einfallen. Und für Maronen gibt’s zig Rezepte. Ihr könnt die Nussfrüchte einschneiden und in Backofen oder Pfanne rösten, sie zu Püree verarbeiten und zu Nudeln oder Gemüse essen, einen Auflauf mit Rosenkohl zaubern oder sie zu Suppe kochen. Ein Rezept für Maronensuppe folgt hier im Blog.

Der Gemeine Riesenschirmling- super lecker paniert und gebraten.

Bei Pilzen wird’s schwierig. Erstens stehen viele Arten unter Naturschutz, weil sie extrem selten geworden sind. Zweitens solltet ihr aufpassen, dass ihr die Natur drumrum nicht beschädigt, während ihr auf Steinpilzjagd die Waldwege verlasst und durchs Unterholz kriecht. Und drittens sind viele Pilze nicht genießbar – und manche sogar giftig.

Ein paar Tipps zum Pilzesammeln

Vom Fliegenpilz wissen wir das alle. Den brät sich vermutlich niemand in der Pfanne an. Und auch der Knollenblätterpilz ist vielen ein Begriff, doch hier besteht Verwechslungsgefahr mit dem super leckeren Champignon. Also geben wir euch hier ein paar Tipps, wie ihr möglichst gefahrlos Pilzesammeln gehen könnt.

  1. Nehmt ein Bestimmungsbuch mit. Nicht überall habt ihr Empfang, gerade im ländlichen Raum, im Wald, da wo eben viele Pilze wachsen, ist Netz Mangelware. Googeln/ecosien ist also nicht. Außerdem sollte ein Messerchen ins Gepäck, sowie ein Korb oder mindestens ein Jutebeutel.
  2. Nutzt eure Sinne. Schaut euch den Pilz genau an, riecht an ihm, fühlt. Ganz wichtig: Nicht erst rausrupfen und dann überprüfen!
  3. Gute Pilzbücher schreiben zu essbaren Pilzen sofort die ungenießbaren, ähnlich aussehenden dazu und nennen die Unterschiede. Dann könnt ihr den Pilz vor euch auf alle Merkmale abklopfen.
  4. Nehmt nur die Pilze mit – und schneidet auch nur die ab –, bei denen ihr euch wirklich sicher seid. Danach schiebt Erde über den zurück bleibenden Stumpf. So trocknet dieser nicht aus und im nächsten Jahr kann an der Stelle ein neuer Pilz wachsen. Das ist wichtig für den Waldboden, die Kommunikation der Bäume und damit den gesamten Wald und damit sogar für die ganze Erde. Impressive!

Wenn ihr gesammelt habt, euch aber leider doch noch unsicher seid, könnt ihr sie eventuell zu einer Expertin/einem Experten bringen. In manchen Orten bieten Leute, die sich auskennen, so etwas an. Googelt mal danach oder ruft die örtliche Försterin oder den örtlichen Förster an.

Auch Einkehren hilft gegen Motivationstiefs

Wer sich sicher ist, putzt die Pilze daheim direkt. Manche Arten könnt ihr gut einfrieren, andere solltet ihr auch am gleichen Tag noch essen, zum Beispiel geschmort in einer Pilzpfanne. Dazu passt einfach frisches Brot, aber auch Polenta, Wildkräutersalat (vielleicht auch frisch gesammelt) oder Nudeln sind eine mega Kombi.

Auch gut, wenn Wind und Wetter aufziehen: Sucht euch ein trockenes Plätzchen und genehmigt euch Wein und Kuchen.

Einkehr nach badisch-pfälzerischer Art